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5 Tipps, wie Unternehmen Inhouse-Innovationen vorantreiben können


Globalisierung, steigender Wettbewerbsdruck und nicht zuletzt die voranschreitende Digitalisierung verlangen von Unternehmen immer mehr und immer schnellere Innovation. Firmen, die auch in Zukunft erfolgreich sein möchten, müssen sich in immer kürzeren Abständen quasi selbst neu erfinden. Für viele Unternehmen ist das eine kaum lösbare Aufgabe. Dabei ist Innovation nicht unbedingt Zufall. Vorausgesetzt, man beherrscht die richtigen Techniken und stellt im Unternehmen die richtigen Weichen zu rechten Zeit. Wir haben für Sie fünf Tipps zusammengestellt, wie sie die Innovation in Ihrem Unternehmen vorantreiben können.

1. Machen Sie es so, wie es Google früher gemacht hat (und noch manchmal tut)

Zugegeben, es ist leichter gesagt als getan und in dieser Form wohl nur für die wenigsten Firmen praktikabel: Mitarbeiter dürfen 20 Prozent ihrer Arbeitszeit – sprich einen Tag pro Woche – für eigene Projekte verwenden. Bevor Sie gleich Schnappatmung bekommen: Ja, das ist eine Investition, die sich nicht jeder leisten kann. Eigentlich nicht mal Google, weshalb es dort mittlerweile auch ein anderes Procedere gibt.

Auf der anderen Seite: Wo wäre Google heute, wenn es dort nicht dieses „20% time“ genannte Programm gäbe? Google hätte weder das fantastische Google Now, noch Gmail, noch Adsense, das mittlerweile für rund ein Viertel des gegenwärtigen Umsatzes sorgt.

Tipp für Ihr Unternehmen: Es muss nicht gleich ein Fünftel der Arbeitszeit sein. Aber eine moderierte „Freizeit“ für neue Projekte ist durchaus eine Überlegung wert.

2. Machen Sie es so, wie es Google es jetzt macht

Neben dem oben genannten Programm leistet sich Google noch zwei weitere Innovations-Motoren: Research at Google für Grundlagenforschung und das geheimnisumwitterte Google X. Das X steht dabei angeblich für das „Unbekannte“. Interessant ist übrigens, dass Google X vom deutschen Robotik-Forscher Sebastian Thrun aufgebaut wurde. Was Google dort macht, ist an den wirklich großen Visionen zu arbeiten. Egal, ob es sich um das selbstfahrende Auto oder Loon, ein Netzwerk von Ballons, dass entlegene Orte mit Internet versorgen soll. Der Punkt dabei ist: Aus belächelten Projekten werden immer wieder echte Produkte.

Tipp für Ihr Unternehmen: Ok, auch eine Abteilung für Grundlagenforschung und eine Spielwiese für die „großen“ Visionen sind in der Regel weit ausserhalb der Reichweite der meisten Unternehmen. Aber was hier zählt ist der Geist: Kann es sich ein Unternehmen wirklich leisten, auf Forschung und auf das Ausprobieren und Erarbeiten neuer Technologien zu verzichten? Holen Sie sich deshalb die „Nerds“ Ihrer Branche ins Haus und geben Sie ihnen – zumindest zeitweise – eine freie Spielwiese. Ja, das kann in die Hose gehen und wertvolle Ressourcen verschleudern. Aber letztendlich ist es dann doch nur eine Frage von gutem (Innovations-)Management.

3. Veranstalten Sie einen Hackathon, werden Sie zur Anlaufstelle für Innovatoren

Erfinder- und Innovationsgeist kommen nicht von alleine ins Unternehmen. Man muss sie pflegen und hegen und manchmal auch mit sanfter Gewalt ins Haus holen. Ein guter Weg sind so genannte Hackathons. Das Wort setzt sich zusammen aus „to hack“ und „Marathon“. Entsprechend dauern solche Veranstaltungen mindestens 24, meistens 48 Stunden. Ein Wochenende ist dafür optimal. Das „Hacken“ bezieht sich hier übrigens auf die ursprüngliche Wortbedeutung und steht für „Tüfteln“ und das kreative Lösen von Problemen und Aufgaben. Hackathons kommen ursprünglich aus der Softwareentwickler-Szene. Mittlerweile werden sie in nahezu allen möglichen und unmöglichen Disziplinen durchgeführt. BMW macht sie genauso, wie die Musikbranche oder Hersteller von Küchengeräten und anderen Maschinen wie General Electric. Der Punkt ist: Man holt sich junge und interessierte Leute ins Haus, darunter Entwickler, Techniker, Kreative und Betriebswirtschaftler und lässt sie machen. Einen guten Überblick darüber, was einen auf einem Hackathon erwartet, gibt dieser Beitrag.

Tipp für Unternehmen: Solch eine Veranstaltung kann für so manches Unternehmen ein Jungbrunnen sein. Die Kosten sind nicht besonders hoch: Räume, Zeit, (gute) Verpflegung, ein verlockender Preis (nein, es muss nicht Geld sein) und die Bereitschaft sich auf Neues einzulassen genügen.

4. Werden sie agil!

Eigentlich ist es ein alter Hut. Software-Entwickler arbeiten schon lange nach dem so genannten agilen Prinzip. Stichworte sind hier Scrum und Kanban. Abgeleitet worden sind diese Methoden vom Toyota-Produktionssystem und dessen Kaizen-Prinzip der ständigen Verbesserung. Worum geht es dabei? Vereinfacht gesagt darum, Entwicklungs-Aufgaben iterativ und inkrementel anzugehen. Es ist der Gegenentwurf zur vom oben verordneten Innovation (nach dem so genannten Wasserfallmodell). Anstatt ein Produkt von Anfang an bis ins kleinste Detail durchzuplanen und dann nach Ewigkeiten an nicht- oder unzureichend geplanten Details zu scheitern (siehe öffentliche Großprojekte), wird hier in kleinen Schritten vorgegangen. Das wichtige dabei: Diese Schritte werden von den Machern, also den Entwicklern, Technikern und Produktdesignern anstatt vom abgekoppelten Management beschlossen. Ziel ist, so schnell wie möglich ein funktionierendes Produkt auf die Beine zu stellen. Weiterführende Features und zusätzliche Funktionen werden anschließend in einzelnen Iterationen hinzugefügt. Der Vorteil dieses Verfahrens: Es ist schnell, effektiv und führt zu stabileren und besseren Produkten. Innovation entsteht dabei ganz nebenbei.Noch wichtiger als das: Durch den ständigen Abgleich mit den Anforderungen der Stakeholder und Kunden sind so entstandene Produkte in der Regel auch erfolgreicher.

Tipp für Unternehmen: Wenn Ihre Softwareabteilung noch nicht nach diesem Prinzip arbeitet, dann sollte sie es spätestens jetzt tun! Für alle anderen ist es an der Zeit die agilen Prinzipien auch in die anderen Managementbereiche zu tragen.

5. Öffnen sie sich für andere

Für konservative Unternehmen mag das Prinzip Open Innovation an Wahnsinn grenzen. Denn Entwicklungsabteilungen sind normalerweise der am meisten abgeschottete Teil einer Firma. Schließlich entstehen hier die zukünftigen Wettbewerbsvorteile. Dem steht aber gegenüber, dass nur die wenigsten Unternehmen mit dem heutigen Innovationstempo mithalten können. Angesichts der rasanten Entwicklungen bei Wissenschaften, Technologien und Geschäftsmodellen kann dies genau genommen kein Unternehmen. Eine gute Lösung dieses Problems ist die „offene Innovation“. Dabei werden, nach genauen Regeln und sinnvoll moderiert – Forschungsergebnisse, Ideen und Innovationen „eingekauft“ und „verkauft“. Wobei hierbei nicht unbedingt Geld fliessen muss. Der Punkt ist, dass eigene Erfindungen und Innovationen „vermarktet“ werden und Wege geöffnet werden um von aussen kommende Innovationen zu integrieren. Die Kraft des Verfahrens ergibt sich aus der Verknüpfung der internen und externen Quellen. Einen guten Überblick über die Leistungsfähigkeit der Open Innovation zeigt Ihnen die Studie des Fraunhoferinstituts „Managing Open Innovation in Large Firms“ (PDF)

Tipp für Unternehmen: Probieren Sie es zu Anfang mit Ihren Kunden- und Entwickler-Communities (Sie haben die doch, oder?). Vernünftige Moderation und gute Community-Pflege vorausgesetzt, können Ihnen Ihre ureigensten „Follower“ genau die Antworten liefern, die sie für echte Innovation brauchen.

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Schnelles Internet: Deutschland hat den Anschluss verloren


Es ist zum Heulen! Deutschland verliert beim Schnellen Internet den Anschluss. Das zumindest legt der aktuelle The Akamai State of the Internet Report nahe. So liegt die durchschnittliche Verbindungsgeschwindigkeit in Deutschland bei 8,7 Mbit/s. Das reicht noch nicht einmal für vernünftiges digitales Fernsehen in SD-Qualität. Selbst Länder wie Russland (9,1 Mbit/s) und Rumänien (11,3 Mbit/s) lassen ihre Bürger und Firmen schneller im Web surfen.

Wie desolat die Lage in Deutschland tatsächlich ist, zeigt sich beim gegenwärtigen Ausbau und den geplanten Investitionen für das schnelle Web. Demnach wird Deutschland in den nächsten Jahren vermutlich noch weiter zurück fallen und sich im Reigen der zweiten und dritten Welt wieder finden. Na dann gute Nacht!Infografik: Deutsches Web: Zu langsam für die Weltspitze  | Statista

Mehr Statistiken finden Sie bei Statista

Die drei Stolperfallen auf dem Weg zur Digitalisierung


Keine Frage, der digitale Wandel stellt eine große Herausforderung für jedes Unternehmen dar. Die folgenden drei „Stolperfallen“ auf dem Weg zu Digital-Unternehmen gilt es zu vermeiden.

Eine Untersuchung des Beratungsunternehmens „Pierre Audoin Consultants“ brachte Bedenkliches an den Tag: Deutsche Unternehmen wissen zwar, dass sich die Welt da draussen radikal wandelt, aber sie reagieren darauf nur unzureichend, haben keine Strategie und wenn sie doch etwas tun, dann nicht umfassend. So lassen sich mehr oder weniger die Ergebnisse der Studie zusammenfassen.

1. Auf den Wandel nicht zu reagieren

So gaben zwei Drittel der befragten Unternehmen an, sie würden die Auswirkungen des digitalen Wandels deutlich spüren. Ein Fünftel gab sogar zu, dass die Digitalisierung disruptiven Charakter für die jeweilige Branche hätte. Man könnte also meinen, dies wäre Grund genug sofort zu handeln. Aber weit gefehlt: Die Mehrheit der befragten Unternehmen hatte keine umfassende Strategie parat, wie auf den digitalen Wandel zu reagieren sei. Dabei ist der digitale Wandel schon in vollem Gange. Wer nicht spätestens jetzt entsprechend reagiert riskiert, dass er schon bald das Nachsehen hat.

Höchste Zeit also, die Digitalisierung als strategische Aufgabe für die Unternehmensführung zu erkennen und sofort mit der Arbeit zu beginnen. Denn auch das zeigte die Untersuchung: Die IT-Abteilungen sehen sich in der Regel im Lead, sind jedoch nicht unbedingt gewillt, andere Abteilungen einzubeziehen. Ein grober Fehler, der katastrophale Auswirkungen haben kann. Denn von der Digitalisierung ist jedes einzelne Glied der Wertschöpfung betroffen. Von der Entwicklungsabteilung bis zu Marketing und Vertrieb.

2. Die Mitarbeiter nicht mitnehmen

Allerdings nützen die besten Digitalisierungs-Initiativen nichts, wenn die Mitarbeiter nicht mitziehen. Das Problem dabei ist, dass das leichter gesagt als getan ist. In jedem Unternehmen gibt es unterschiedliche Fraktionen im Management und jede davon verfolgt letztendlich egoistische Motive. Nicht immer stehen diese hundertprozentig im Einklang mit den Unternehmenszielen. Erfolg will jeder haben, wenn aber „der Mitbewerber“ um einen begehrten Posten einen Misserfolg erleidet, dann ist man auch nicht traurig. Und genau das ist das Problem: Es muss gelingen, dass alle an einem Strang ziehen. Das Management genau so, wie die Mitarbeiter. Informationsoffenheit ist dabei genauso ein Muss, wie Schulungen und jede Menge Aufklärung.

Am einfachsten gelingt das Vorhaben, wenn die Spitze des Unternehmens mit gutem Beispiel voran geht. Der digitale Wandel muss von oben gelebt werden, damit er unten akzeptiert wird. Das bedeutet aber auch, dass die Initiative im obersten Management gestartet wird. Der digitale Wandel ist Chefsache! Damit er aber auch unten ankommt, bedarf es Unterstützung in der Belegschaft. Bewährt hat sich hierbei das Leuchtturm-Prinzip. Engagierte Mitarbeiter werden von Anfang an in die Planungen mit einbezogen. Sie leben dann den digitalen „Firmen-Lifestyle“ in der Praxis vor. Sehen die Kollegen, dass das Vorteile wie mehr Transparenz, Effektivität und Erfolg bringt, ist die Akzeptanzhürde in der Regel schnell überschritten.

3. Alte Zöpfe nicht abzuschneiden

Ein Problem mit der Digitalisierung ist, dass sie im Prinzip nur ganz oder gar nicht funktioniert. Digitaler Wandel bedeutet nicht einfach nur, dass ein paar neue Soft- und Hardware-Tools zum Einsatz kommen, sondern dass Wertschöpfungskette und Geschäftsmodell mehr oder weniger auf den Kopf gestellt werden. Digitalisierung heisst, dass Anbieter, Kunden und Geschäftspartner näher zusammen rücken und wesentlich enger miteinander vernetzt sind. Die Folge ist, dass mit dem Wandel im wahrsten Sinn des Wortes auch jede Menge Changemanagement anfällt.

Das bedeutet, dass unter Umständen Abteilungen durcheinander gewürfelt werden müssen, bestimmte Arbeiten wegfallen oder vollkommen neue Jobs mit einer anderen Qualifikationsanforderung dazu kommen. So oder so, grundlegend falsch wäre es hier zu zögern. Denn sonst besteht die Gefahr, dass von irgendwoher ein frischer Startup daher kommt und einem den Markt weg nimmt.

Infografik: Was ist das Internet der Dinge? (D)


Jetzt hat also auch Goldmann Sachs das Internet der Dinge als nächsten Megatrend erkannt. Gut so! Die zugehörige Grafik ist jedenfalls durchaus interessant. Die Grafik ist Teil eines größeren IoT-Infopakets von Goldmann Sachs, das auch ein Video beinhaltet. Das folgende Zitat stammt aus dem Video und es sagt eigentlich alles, was man zum Internet der dinge wissen muss:

„To put this in perspective, the fixed Internet, which is really what we mostly thought about back in the 1990s, connected about a billion users to the Internet, primarily via their desktops. In the 2000s, we had the second wave, which connected about two billion people to the Internet via their mobile devices. What we’re talking about now with the Internet of Things is connecting about 20 billion or more things to the Internet in the course of the next decade. And if you think about what kinds of things really should be connected, or why would we connect them, it’s anything from things in your home, like your smoke alarm or thermostat or security camera, to things on the manufacturing floor, like heavy industrial equipment, to cars and trains and wearable devices.“
Goldmann_Sachs_infographic

Hat das Internet der Dinge für Unternehmen einen strategischen Wert? (D)


In der IT-Branche geht ein Gespenst um. Es nennt sich mal Industrie 4.0, mal Internet der Dinge (IoT) und es hat eine Menge Kinder. Die hören auf so illustre Namen wie Machine-to-Machine-Communication (M2M), Smarthome, Wearables, Beacons, Smart Cities, Connected Car, Embedded Systems und wer weiß noch auf was alles.

Sie sehen schon, das alles klingt ein wenig nach Kraut und Rüben und das ist es auch irgendwie. Denn einmal geht es um industrielle Fertigung und Vertrieb, das andere mal um Consumer-Artikel wie Smartwatches und Fitness-Armbänder oder etwas dazwischen, wie Googles Datenbrille Google Glass. Aber all diese Dinge (deshalb Internet der Dinge) haben etwas gemeinsam: Sie sind direkt oder indirekt per WiFi oder Bluetooth (genauer BLE bzw. Bluetooth Smart) mit dem Internet beziehungsweise untereinander verbunden. Und da letztendlich nahezu jedes Gerät angebunden werden kann, sprechen manche Fachleute mittlerweile sogar vom „Internet of Everything“, also quasi dem „Internet von allem und jedem“! Ganz falsch ist dieses Bild nicht.

Glaubt man den Marktforschern, dann ist IoT das Aufregendste, seit Erfindung des geschnittenen Brotes. So prognostiziert Gartner, dass bis 2020 26 Milliarden „Dinge“ mit dem Internet verbunden sein werden. Das entspräche einem Marktwert von satten 1,9 Billionen US-Dollar. IHS spricht davon, dass schon dieses Jahr rund sechs Milliarden mit dem Internet verbundene „Dinge“ hergestellt werden. PEW schließlich befragte 1.876 Experten zur Zukunft des Internets, die mehrheitlich dem Internet der Dinge eine ausgesprochen blühende Zukunft prognostizierten. Wer immer noch skeptisch ist, dem sei die Lektüre von „Ten IT-enabled business trends for the decade ahead“ von McKinsey empfohlen (erweiterte PDF-Fassung).

Vom Informations-Zeitalter zum Age of Context

Klar, die Zahlen und Analysen der Marktforscher und Berater sind, wie üblich, durchweg mit Vorsicht zu genießen. Unstrittig ist jedoch die Tatsache, dass das Internet der Dinge massiv auf dem Vormarsch ist. Jedem, der sich die Entwicklung der IT ansieht, sollte das schnell klar sein:

Am Anfang stand das Informationszeitalter oder „Information Age“. Postuliert in Bill Gates berühmter Rede anlässlich der Comdex 1990 mit dem grandiosen Satz „Information At Your Fingertips“. Es war der beginnende Übergang zum „Connected Age“ und damit zum Internet-Zeitalter. Hier gab es eine rasante Entwicklung von den statischen Webseiten des „Informational Web“ über das „Transactional Web“ mit E-Commerce-Plattformen wie Ebay und Amazon bis hin zum Web 2.0, dem so genannten Social- oder „Mitmach“-Web.

Unbemerkt verschob sich in dieser Zeit der Fokus vom PC-zentrischen Arbeiten hin zum Browser als Mittelpunkt des Geschehens. Das Web wurde quasi zum „Betriebssystem“, die Daten und Anwendungen wanderten in die Cloud. Und während dieser Prozess noch lief, kam der nächste Knall: Mit dem ersten iPhone begann das „Mobile Web“ und die App-Economy. PCs und Betriebssysteme werden seit dem immer unwichtiger, der Zugang ins Web immer und überall dafür um so mehr. 2013 kamen weltweit gesehen schon 25 Prozent des Internet-Traffics von mobilen Betriebssystemen. Der Fachausdruck für die überall und immer verfügbare Rechen- und Web-Power lautet übrigens Ubiquitous Computing, ein Konzept, das der Informatiker Mark Weiser schon 1988 formuliert hat. Soviel also zu neuen Konzepten…

Zurück in die Gegenwart und dem nächsten großen Schritt. Nach dem Informations- und Vernetzungs-Zeitalter bewegen wir uns rapide auf den nächsten Meilenstein zu, den „Age of Context“! Waren früher nur PCs miteinander vernetzt, sind es nun alle möglichen Geräte und eben „Dinge“. Von Tablets und Smartphones, über Produktionsanlagen mit jeder Menge Sensoren und Aktuatoren bis hin zu diversen medizinischen Geräten und so genannten Wearables wie Googles Datenbrille oder gar intelligenter Kleidung.

Ausschlag gebend ist dabei, dass jetzt nicht einfach der PC am Schreibtisch oder der Browser den Ausgangspunkt darstellen, sondern der Kontext, in dem sich der Nutzer oder ein Gerät bzw. „Ding“ befinden. Man kann beispielsweise im Büro am Schreibtisch sitzen, gerade im Auto zu einem Termin unterwegs sein oder im Fitnessstudio schwitzen. Je nach dem wo man ist, sind andere Informationen und Szenarien relevant. Am Arbeitsplatz möchte man beispielsweise am Bildschirm eine Benachrichtigung (Notification) erhalten, wenn der Chef eine E-Mail geschickt hat. Während der Dienstreise sollte die selbe Notification automatisch ins Auto geleitet werden und von Audiosystem vorgelesen werden. Im Fitnessstudio sollte hingegen die Smartwatch genau diese Nachricht ignorieren, dafür aber die des Lebenspartners im Display anzeigen. Und das logischerweise möglichst automatisch und ohne Zutun des Nutzers.

Im Zuge dieser Entwicklung können wir übrigens eine weitere Verschiebung des Fokus aus Nutzersicht beobachten: Nach PC und Browser wird nun die „Notification“ zum Ausgangspunkt der Nutzung. Das ist auch der Grund, warum Hersteller wie Apple, Google und Microsoft gerade diesen Features ihrer Betriebssysteme in letzter Zeit so viel Aufmerksamkeit schenken.

Wichtig ist jedenfalls, dass jeder Kontext im oben genannten Sinne zwei Dimensionen hat: Nämlich den Ort und die jeweilige Situation. Ist man gerade im Auto, im Geschäft oder zu Hause auf der Couch? Ist man gerade dabei seine Freizeit zu genießen, einzukaufen oder zu arbeiten? Wie auch immer, das ubiquitäre, also immer allgegenwärtige Web, die dank mobiler Geräte wie Tablets und Smartphones ständig verfügbare Rechenleistung gepaart mit dem Internet der Dinge wird jedenfalls unser Leben nachhaltig und grundlegend verändern. Wir werden Datenschutz und die Frage, wem welche Daten gehören genauso neu definieren müssen, wie wir uns an ein neues, und wenn alles gut geht, bequemeres Leben insgesamt gewöhnen müssen.

Internet der Dinge im Unternehmen – Industrie 4.0

Weniger offensichtlich aber mindestens genauso gravierend ist die „geschäftliche“ Seite des IoT, bei uns mehrheitlich Industrie 4.0 genannt. Im Ausland sprechen sie hingegen eher von M2M, für Machine to Machine Communication. Der „deutsche“ Begriff Industrie 4.0 ist das geistige Kind der staatlichen Wirtschaftssteuerung und damit durchaus mit Vorsicht zu genießen. Das ganze gipfelt in den „Umsetzungsempfehlungen für das Zukunftsprojekt Industrie 4.0“ (PDF). Das Problem: Das durchaus lesenswerte und maßgebliche Papier zeigt zwar, wie sich die Wirtschaft in einer vernetzten Welt ändern muss um konkurrenzfähig zu bleiben, die gesellschaftlichen Veränderungen durch das ubiquitäre Computing und Web kommen jedoch etwas zu kurz. Wer sagt denn beispielsweise, dass eine Industrie wie wir sie heute noch kennen auch morgen noch existieren wird?

Zumal wir in Zeiten leben, in denen jeder ein neues Unternehmen vom Wohnzimmer aus gründen kann, dank 3D-Druck, Arduino- und Galileo-Boards die Entwicklung als Kostenfaktor nahezu unbedeutend wird und Produktionsdienstleister rund um die Welt und Uhr für geringes Geld mit all ihren Ressourcen und Know-how zur Verfügung stehen. Wir leben nun mal in Zeiten, in denen die Prinzipien des Lean Startups und der Business Model Generation für den Erfolg wichtiger sind, als Produktions- und Entwicklungs-Know-how. Wertschöpfung entsteht außerdem zunehmend eher im Bereich Services und Software, als bei der reinen Hardware, egal ob diese aus Silizium oder Metall entsteht. Man nehme nur das Beispiel Tesla. Ist das wirklich ein Auto-Hersteller, oder doch eher ein Mobilitätsdienstleister, der vor allem Fahrerlebnisse und eine Elektrotankstellen-Infrastruktur liefert?

Unbenommen ist aber, dass der Begriff Industrie 4.0 die Sache durchaus gut charakterisiert. Sprachen wir weiter oben vom IT-Dreisprung aus „Information Age“, „Connected Age“ und „Age of Context“, können wir im Hinblick auf die Industrie die Entwicklung folgendermaßen charakterisieren: Es begann im 18. Jahrhundert mit der Mechanisierung in den Manufakturen, setzte sich fort mit der arbeitsteiligen Produktion am Fließband und führte mit der Einführung von computergesteuerten System zur Industrie 3.0. Mit Version 4.0 stellen jetzt Maschinenvernetzung, Smart Factories sowie mit Sensoren und Tags versehene Produkte, die wissen wo sie in der Produktions- und Lieferkette stehen, neue Maßstäbe. Ergänzend sei hier noch gesagt, dass die moderne Fertigung in Punkto Internet of Things schon lange weiter ist, als man gemeinhin glaubt. Denn die Zahl vernetzter Sensoren und Geräte ist in jeder halbwegs zeitgemäßen Fertigungsstraße jetzt schon höher, als irgendwo sonst. Jetzt gilt es dieses Know-how auf neue Bereiche auszudehnen und so zu optimierten Geschäftsprozessen und neuen Geschäftsmodellen zu kommen.

Das Internet der Dinge als strategisches Element

Wir haben gesehen, was das Internet der Dinge für den Einzelnen bedeutet (Age of Context, ubiquitäres Web) und was es für Industrie und Produktion für Veränderungen mit sich bringt. Fasst man diese zwei Welten zusammen und packt noch ein paar weitere aktuelle Entwicklungen wie Big Data und „Everything as a Service“ drauf, kann man sich leicht ausmalen, was IoT für die Art, wie wir in Zukunft leben, arbeiten und Geld verdienen werden, bedeuten wird.

Deshalb ist für Unternehmen jeglicher Art, vom produzierenden Betrieb, über den Dienstleister bis zum Kleingewerbe das Internet der Dinge sehr wohl ein strategisches Element. Und zwar in mehrfacher Hinsicht. Denn betroffen sind sowohl die eigenen Produkte (sie müssen IoT-fähig sein), als auch der gesamte Geschäftsprozess, von der Herstellung über den Vertrieb bis zum Marketing. Wer hier jetzt nicht handelt, droht schon bald den Anschluss zu verlieren. Nachfolgend ein paar Beispiele, die lediglich nur einen Bruchteil des Spektrums abbilden:

  • Produktion: Das Stichwort ist hier allgemein „Industrie 4.0“ mit vernetzten Smart Factories und einer vollständig vernetzten Produktions- und Lieferkette. Sie bringt nicht nur Kostenvorteile und Flexibilität, sondern ist die Grundlage für vollkommen neue Angebote und Geschäftsmodelle.
  • Vernetzung zwischen Anbieter und Kunden: Sie rücken noch enger zusammen. Transparenz, ständige Information, noch engere Einbindung in die Prozesse beim Kunden und mehr Individualisierung. Auf der anderen Seite werden Unternehmen vollkommen neue Marketingoptionen erhalten.
  • Administration, Geschäftsprozesse und Business Intelligence: Weitgehende Transparenz und ständig aktuelle Insights (Stichwort: Big Data) durch Beacons, Sensoren etc. Dadurch Erschließung weiterer Optimierungspotentiale und Businessmodelle.
  • Öffentlichkeit und Governance: Smart Cities mit einer IoT-gesteuerten Infrastruktur, etwa einer intelligenten Straßenbeleuchtung oder Verkehrssteuerung. Für Anbieter und Dienstleister ergeben sich dadurch vollkommen neue Möglichkeiten. Riesige Optimierungs- und Einsparungspotentiale können erschlossen werden.
  • Persönliches Leben und Arbeiten, Konsumenten: Wearables wie Google Glass, Datenarmbänder (Quantified Self), Beacons, intelligente Kleidung und ständige Verfügbarkeit aller möglichen Informationen werden unser Leben einfacher, aber auch transparenter machen. Allein die Potentiale für Datenbrillen wie Google Glass füllen Bände: Vom Einsatz in der Logistik, dem Rettungswesen, der Medizin bis zur Dienstleistung. Überall wurden schon entsprechende Lösungen präsentiert.

Eines sollte dabei aber immer klar sein: IoT wird radikale Auswirkungen auf alle Lebensbereiche haben. Verantwortungsvolle Unternehmen tun gut daran, mit größter Vorsicht und vor allem Ehrlichkeit vorzugehen. Wer Datenschutz und die Selbstbestimmtheit von Mitarbeitern und Kunden ignoriert, könnte schon bald im Abseits stehen. Hinzu kommt, dass letztendlich auch die Gesellschaft und damit der Staat sich an die potentiell schöne neue Welt mit all ihren Auswirkungen, insbesondere den vielen, teilweise radikalen Rationalisierungsmöglichkeiten, anpassen müssen: Jahrzehntelang hat die Menschheit davon geträumt, dass in Zukunft kaum noch jemand arbeiten müssen wird. Die Gelegenheit ist jetzt da, wir müssen nur noch dafür sorgen, dass trotzdem alle gut leben können.

Dieser Post entstand in Zusammenarbeit mit dem HP Business Value Exchange Blog.

Grafik: © Mimi Potter – Fotolia.com

Browser Logos

Infografik: So groß wird der Markt für das Internet der Dinge laut IDC


IDC hat kürzlich neue Zahlen zum Internet der Dinge veröffentlicht. In der zugehörigen Pressemitteilung heisst es:

„While the interest and buzz around the Internet of Things (IoT) has grown steadily in recent years, the seemingly endless market promise continues to become reality. According to new research from International Data Corporation (IDC), a transformation is underway that will see the worldwide market for IoT solutions grow from $1.9 trillion in 2013 to $7.1 trillion in 2020.“

Das heisst: Die Marktforscher von IDC behaupten, dass das Bohei rund ums Internet der Dinge nicht mehr nur inhaltsleerer Buzz, sondern Realität ist. Sollten die Zahlen stimmen, dann kann man dem zustimmen. Demnach soll der IoT-Markt von 1,9 Billionen US-Dollar auf 7,1 Billionen in 2020 wachsen. Hier die zugehörige Infografik (ein Klick auf das Bild führt Sie zum PDF von IDC):

Internet der Dinge Wachstumschancen

Wearable für kleine und große Spielkinder


Wearables aus dem Tech-, Sport- und Gesundheitsbereich kennt man ja schon zu genüge. Im Spiele- und Kinderumfeld hingegen sieht es noch mau aus. Das soll sich nach Meinung des japanischen Startups Moff schon bald ändern. Die Idee ist bestechend einfach: Kinder brauchen kein reales Spielzeug, die Phantasie genügt. So wird aus einem Stück Holz ein Schwert, ein Tennisschläger verwandelt sich in eine E-Gitarre und mit zwei ausgestreckten Armen wird jedes Kind zum Düsenjet. Was dann noch fehlt ist die richtige Geräuschkulisse. Und genau für die sorgt Moff in Verbindung mit einem Smartphone oder einem Tablet.

Moff-Motto: From „buying toy things“ to „downloading play experience“

Das quietschbunte Armband enthält einen 3D-Bewegungssensor sowie ein Gyroskop. Die Verbindung mit der Aussenwelt bzw. dem Smartphone erfolgt über BLE (Bluetooth Low Energy), also die gleiche Technik, die beispielsweise auch iBeacon von Apple nutzt. Richtig spannend wird es aber erst dann, wenn sich die Entwickler entschließen ein SDK anzubieten. Das dürfte dann innovativen Spielen erst Tür und Tor öffnen. Die Finanzierung von Moff soll über eine Crowdfunding-Kampagne im März dieses Jahres erfolgen.

(via The Bridge)

Google erklärt, wie man kein „Glasshole“ wird


Nicht jeder ist gegenüber Google Glass aufgeschlossen. Manche haben Angst davor, weil sie glauben überwacht zu werden, andere stehen grundsätzlich skeptisch gegenüber allem was von Google kommt und manche – speziell in Deutschland – empfinden grundsätzlich alles was Neu oder anders ist als Bedrohung. Da trifft es sich gut, dass uns Google selbst sagt, wie man sich als Glass Explorer verhalten sollte:😉

(Don’t…) Be creepy or rude (aka, a “Glasshole”). Respect others and if they have questions about Glass don’t get snappy. Be polite and explain what Glass does and remember, a quick demo can go a long way. In places where cell phone cameras aren’t allowed, the same rules will apply to Glass. If you’re asked to turn your phone off, turn Glass off as well. Breaking the rules or being rude will not get businesses excited about Glass and will ruin it for other Explorers.

(Foto: Google)