30 Jahre IBM-PC (Bild: IBM)

Happy Birthday: Der IBM PC wird 30 Jahre alt


30 Jahre IBM-PC (Bild: IBM)

30 Jahre IBM-PC (Bild: IBM)

Kaum zu glauben, aber es sind mittlerweile doch schon 30 Jahre her, dass der erste IBM PC das Licht der Welt erblickte. Er trat damals an gegen den Apple II, den Tandy TRS-80 und diverse andere CP/M-Computer. Bei IBM selbst gibt es dazu im Rahmen der Microsite zur 100-Jahre-Feier eine lesenswerte Subseite, deren Autor und Kurator Mark Dean (unter anderem Erfinder des ISA-Busses) zum ursprünglichen IBM-PC-Entwicklerteam gehörte.

Für die jüngeren unter den EnterprisIT-Lesern: Das bemerkenswerte am IBM PC war zunächst einmal seine offene Architektur. Das heisst, andere Hersteller konnten ihn nachbauen (so genannte IBM-Kompatible, die letztendlich als „Windows-Rechner“ immer noch den Markt beherrschen). Das führte dazu, dass die installierte Basis unglaublich schnell sehr groß wurde und die Plattform damit sehr lukrativ für Software-Hersteller war. Gleichzeitig gab es den oben genannten ISA-BUS, der es Drittherstellern ermöglichte Hardware-Erweiterungen zu entwickeln und zu vertreiben, was einen gigantischen Zubehörmarkt schuf.

Der IBM-PC ist ausserdem untrennbar mit Microsoft verbunden. Die Legende besagt, dass IBM zunächst CP/M von Digital Research als Betriebssystem favorisierte, die Verhandlungen jedoch scheiterten bzw. – je nach Quellenlage – gar nicht erst in Gang kamen. Dadurch sind Bill Gates und seine Firma Microsoft zum Zuge gekommen. Rasch entwickelte man dort MS-DOS und legte damit den Grundstein für die später marktbeherrschende Stellung des Software-Konzerns aus Redmond.

Was kaum noch jemand weiß: Die eigentliche Killer-Applikation für den IMB-PC (und Kompatible) kam jedoch zunächst nicht von Microsoft, sondern vom Newcomer Lotus. Viele Anwender aus Wirtschaft und Wissenschaft kauften nämlich den IBM-PCs wegen der Tabellenkalkulation Lotus 1-2-3. Diese war besser als das aller erste und mit bis dahin rund 700.000 verkauften Exemplaren marktbeherrschende Tabellenkalkulations-Programm VisiCalc, welches es ausserdem nur für den Apple II gab. Auch die Microsoft-Tabellenkalkulation Multiplan konnte da nicht mithalten.

Mit anderen Worten: Der IBM-PC setzte sich anfangs nicht etwa durch, weil er besser war als die Konkurrenz, sondern weil es dafür eine Soaftware gab, die jeder haben wollte! Und die kam damals weder von Microsoft, noch von IBM. Ironischerweise gehören die Reste des ehemaligen Lotus Development mittlerweile zu IBM.

Ein Gedanke zu “Happy Birthday: Der IBM PC wird 30 Jahre alt

  1. Rolf schreibt:

    Es gibt Unternehmen, die sich durch und durch der Innovation verschrieben haben: IBM gehört da ohne Zweifel dazu. Erfreulicherweise ist das Unternehmen damit auch noch wirtschaftlich erfolgreich! Das kann man leider nicht von jedem Innovator behaupten. Interessant finde ich, dass sich IBM mittlerweile völlig von der Hardware-Schiene verabschiedet hat und auf Globaleres setzt. Smarter Planet heißt die IBM-Vision der Zukunft: http://www.ibm.com/smarterplanet/de/de/overview/visions/

    Meiner Meinung nach ein richtiger Schritt, da in den kommenden Jahren die großen Innovationen tatsächlich weniger im HW-Bereich zu erwarten sind.
    Ist IBM auch hier wieder ein Vorreiter? In 30 Jahren werden wir es wissen!

    Happy Birthday auch von meiner Seite!

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