asymco_Marktanteile_Plattformen

Herausforderung für die IT-Branche – Mobile Geräte ersetzen traditionelle PCs


Es ist Zufall, dass ausgerechnet in diesen Tagen gleich drei Studien auf äusserst beeindruckende Weise zeigen, dass die Tage des traditionellen PCs gezählt sind. Da wäre beispielsweise die oben gezeigte Grafik der Marktforscher von asymco. Sie zeigt, dass bis ca. 2008 traditionelle Wintel-PCs den Markt dominierten. Dann betraten iPhone, iPad und die diversen Android-Geräte die Bühne und die IT-Welt war nicht mehr die gleiche: Ende des Jahres 2011 machten PCs weniger als 50 Prozent des Marktes aus. Die größere Hälfte des Gesamtmarktes ging an mobile iOS- und Android-Devices, also an Tablett-PCs und Smartphones. In Zahlen: Geschätzte 358 Mio iOS- und Android-Geräte versus 336 Mio. PCs (ohne Macs) in 2011.

Dazu passt eine Studie von IDG Connect mit dem Titel „iPad for Business“ (PDF wird automatisch geladen!). Sie zeigt, dass stattliche 60 Prozent der europäischen und sogar 67 Prozent der amerikanischen iPad-Besitzer ihr Tablett für die Arbeit nutzen. Noch besser: 93 Prozent der Amerikaner und immerhin 80 Prozent der Europäer nutzen ihr iPad für arbeitsbezogene Kommunikation. Da überrascht es nicht, dass beispielsweise 23 Prozent der befragten europäischen iPad-Nutzer angeben, es hätte ihren Laptop vollständig ersetzt. Und ach ja: 40 Prozent der iPads in Europa werden vom Arbeitgeber gestellt. Wer da immer noch von „Spielzeugen“ spricht, der hat wohl den Anschluss an die IT-Branche wohl schon verpasst.

Warum IDG gerade das iPad so hervorhebt zeigt wiederum asymco:

„We cannot consider the iPad as a “niche”. The absolute volume of units sold after less than two years is enough to place it within an order of magnitude of all PCs sold. We can also observe that it has a higher trajectory than the iPhone which became a disruptive force in itself.“

Die passende Grafik dazu finden sie hier.

Aber die Zukunft wird für die traditionelle IT noch „schlimmer“. Zumindest, wenn es nach den Consultants von Deloitte geht. Die machen nämlich die Klasse der so genannten „dummen“ Smartphones aus. Geräte, deren Preise unter 100 US-Dollar liegen. Die verzichten dann zwar auf die teure 3G-Unterstützung sind aber dank GPRS, EDGE und WiFi trotzdem vollwertige, internetfähige Geräte. 200 Millionen gingen davon 2011 über den Ladentisch. Für 2012 prognostiziert Deloitte einen Absatz von 300 Milionen Stück. Und das nicht nur in der zweiten und dritten Welt, sondern je nach der ökonomischen Entwicklung auch in den etablierten Industriestaaten.

Was bedeutet das für die IT-Branche?

1. Betriebssysteme wie wir sie heute kennen, gehören immer mehr der Vergangenheit an. Statt dessen werden App-basierte Betriebssysteme ohne zugängliches Dateisystem wie iOS und Android den Markt beherrschen. Selbst traditionelle OS wie OSX Lion mit seinem Lounchpad und dem neuartigen Dokumentenmodell (kein Speichern mehr, etc.) und Windows mit der Metro-Oberfläche gehen in diese Richtung.

2. Das bedeutet aber auch, das herkömmliche Programm ist ein Auslaufmodell. Statt dessen werden Cloud-Dienste und Apps dominieren oder wahlweise HTML5-basierte Web-Applikationen.

3. Aus diesen Gründen wird sich die Software-Branche radikal ändern müssen. Statt dezidierter Server-Lösungen sind Cloud-Systeme gefragt, und statt komplexen (und teueren) Stand-alone-Programmen schlanke Apps.

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s