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5 Tipps, wie Unternehmen Inhouse-Innovationen vorantreiben können


Globalisierung, steigender Wettbewerbsdruck und nicht zuletzt die voranschreitende Digitalisierung verlangen von Unternehmen immer mehr und immer schnellere Innovation. Firmen, die auch in Zukunft erfolgreich sein möchten, müssen sich in immer kürzeren Abständen quasi selbst neu erfinden. Für viele Unternehmen ist das eine kaum lösbare Aufgabe. Dabei ist Innovation nicht unbedingt Zufall. Vorausgesetzt, man beherrscht die richtigen Techniken und stellt im Unternehmen die richtigen Weichen zu rechten Zeit. Wir haben für Sie fünf Tipps zusammengestellt, wie sie die Innovation in Ihrem Unternehmen vorantreiben können.

1. Machen Sie es so, wie es Google früher gemacht hat (und noch manchmal tut)

Zugegeben, es ist leichter gesagt als getan und in dieser Form wohl nur für die wenigsten Firmen praktikabel: Mitarbeiter dürfen 20 Prozent ihrer Arbeitszeit – sprich einen Tag pro Woche – für eigene Projekte verwenden. Bevor Sie gleich Schnappatmung bekommen: Ja, das ist eine Investition, die sich nicht jeder leisten kann. Eigentlich nicht mal Google, weshalb es dort mittlerweile auch ein anderes Procedere gibt.

Auf der anderen Seite: Wo wäre Google heute, wenn es dort nicht dieses „20% time“ genannte Programm gäbe? Google hätte weder das fantastische Google Now, noch Gmail, noch Adsense, das mittlerweile für rund ein Viertel des gegenwärtigen Umsatzes sorgt.

Tipp für Ihr Unternehmen: Es muss nicht gleich ein Fünftel der Arbeitszeit sein. Aber eine moderierte „Freizeit“ für neue Projekte ist durchaus eine Überlegung wert.

2. Machen Sie es so, wie es Google es jetzt macht

Neben dem oben genannten Programm leistet sich Google noch zwei weitere Innovations-Motoren: Research at Google für Grundlagenforschung und das geheimnisumwitterte Google X. Das X steht dabei angeblich für das „Unbekannte“. Interessant ist übrigens, dass Google X vom deutschen Robotik-Forscher Sebastian Thrun aufgebaut wurde. Was Google dort macht, ist an den wirklich großen Visionen zu arbeiten. Egal, ob es sich um das selbstfahrende Auto oder Loon, ein Netzwerk von Ballons, dass entlegene Orte mit Internet versorgen soll. Der Punkt dabei ist: Aus belächelten Projekten werden immer wieder echte Produkte.

Tipp für Ihr Unternehmen: Ok, auch eine Abteilung für Grundlagenforschung und eine Spielwiese für die „großen“ Visionen sind in der Regel weit ausserhalb der Reichweite der meisten Unternehmen. Aber was hier zählt ist der Geist: Kann es sich ein Unternehmen wirklich leisten, auf Forschung und auf das Ausprobieren und Erarbeiten neuer Technologien zu verzichten? Holen Sie sich deshalb die „Nerds“ Ihrer Branche ins Haus und geben Sie ihnen – zumindest zeitweise – eine freie Spielwiese. Ja, das kann in die Hose gehen und wertvolle Ressourcen verschleudern. Aber letztendlich ist es dann doch nur eine Frage von gutem (Innovations-)Management.

3. Veranstalten Sie einen Hackathon, werden Sie zur Anlaufstelle für Innovatoren

Erfinder- und Innovationsgeist kommen nicht von alleine ins Unternehmen. Man muss sie pflegen und hegen und manchmal auch mit sanfter Gewalt ins Haus holen. Ein guter Weg sind so genannte Hackathons. Das Wort setzt sich zusammen aus „to hack“ und „Marathon“. Entsprechend dauern solche Veranstaltungen mindestens 24, meistens 48 Stunden. Ein Wochenende ist dafür optimal. Das „Hacken“ bezieht sich hier übrigens auf die ursprüngliche Wortbedeutung und steht für „Tüfteln“ und das kreative Lösen von Problemen und Aufgaben. Hackathons kommen ursprünglich aus der Softwareentwickler-Szene. Mittlerweile werden sie in nahezu allen möglichen und unmöglichen Disziplinen durchgeführt. BMW macht sie genauso, wie die Musikbranche oder Hersteller von Küchengeräten und anderen Maschinen wie General Electric. Der Punkt ist: Man holt sich junge und interessierte Leute ins Haus, darunter Entwickler, Techniker, Kreative und Betriebswirtschaftler und lässt sie machen. Einen guten Überblick darüber, was einen auf einem Hackathon erwartet, gibt dieser Beitrag.

Tipp für Unternehmen: Solch eine Veranstaltung kann für so manches Unternehmen ein Jungbrunnen sein. Die Kosten sind nicht besonders hoch: Räume, Zeit, (gute) Verpflegung, ein verlockender Preis (nein, es muss nicht Geld sein) und die Bereitschaft sich auf Neues einzulassen genügen.

4. Werden sie agil!

Eigentlich ist es ein alter Hut. Software-Entwickler arbeiten schon lange nach dem so genannten agilen Prinzip. Stichworte sind hier Scrum und Kanban. Abgeleitet worden sind diese Methoden vom Toyota-Produktionssystem und dessen Kaizen-Prinzip der ständigen Verbesserung. Worum geht es dabei? Vereinfacht gesagt darum, Entwicklungs-Aufgaben iterativ und inkrementel anzugehen. Es ist der Gegenentwurf zur vom oben verordneten Innovation (nach dem so genannten Wasserfallmodell). Anstatt ein Produkt von Anfang an bis ins kleinste Detail durchzuplanen und dann nach Ewigkeiten an nicht- oder unzureichend geplanten Details zu scheitern (siehe öffentliche Großprojekte), wird hier in kleinen Schritten vorgegangen. Das wichtige dabei: Diese Schritte werden von den Machern, also den Entwicklern, Technikern und Produktdesignern anstatt vom abgekoppelten Management beschlossen. Ziel ist, so schnell wie möglich ein funktionierendes Produkt auf die Beine zu stellen. Weiterführende Features und zusätzliche Funktionen werden anschließend in einzelnen Iterationen hinzugefügt. Der Vorteil dieses Verfahrens: Es ist schnell, effektiv und führt zu stabileren und besseren Produkten. Innovation entsteht dabei ganz nebenbei.Noch wichtiger als das: Durch den ständigen Abgleich mit den Anforderungen der Stakeholder und Kunden sind so entstandene Produkte in der Regel auch erfolgreicher.

Tipp für Unternehmen: Wenn Ihre Softwareabteilung noch nicht nach diesem Prinzip arbeitet, dann sollte sie es spätestens jetzt tun! Für alle anderen ist es an der Zeit die agilen Prinzipien auch in die anderen Managementbereiche zu tragen.

5. Öffnen sie sich für andere

Für konservative Unternehmen mag das Prinzip Open Innovation an Wahnsinn grenzen. Denn Entwicklungsabteilungen sind normalerweise der am meisten abgeschottete Teil einer Firma. Schließlich entstehen hier die zukünftigen Wettbewerbsvorteile. Dem steht aber gegenüber, dass nur die wenigsten Unternehmen mit dem heutigen Innovationstempo mithalten können. Angesichts der rasanten Entwicklungen bei Wissenschaften, Technologien und Geschäftsmodellen kann dies genau genommen kein Unternehmen. Eine gute Lösung dieses Problems ist die „offene Innovation“. Dabei werden, nach genauen Regeln und sinnvoll moderiert – Forschungsergebnisse, Ideen und Innovationen „eingekauft“ und „verkauft“. Wobei hierbei nicht unbedingt Geld fliessen muss. Der Punkt ist, dass eigene Erfindungen und Innovationen „vermarktet“ werden und Wege geöffnet werden um von aussen kommende Innovationen zu integrieren. Die Kraft des Verfahrens ergibt sich aus der Verknüpfung der internen und externen Quellen. Einen guten Überblick über die Leistungsfähigkeit der Open Innovation zeigt Ihnen die Studie des Fraunhoferinstituts „Managing Open Innovation in Large Firms“ (PDF)

Tipp für Unternehmen: Probieren Sie es zu Anfang mit Ihren Kunden- und Entwickler-Communities (Sie haben die doch, oder?). Vernünftige Moderation und gute Community-Pflege vorausgesetzt, können Ihnen Ihre ureigensten „Follower“ genau die Antworten liefern, die sie für echte Innovation brauchen.

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