Wearable für kleine und große Spielkinder


Wearables aus dem Tech-, Sport- und Gesundheitsbereich kennt man ja schon zu genüge. Im Spiele- und Kinderumfeld hingegen sieht es noch mau aus. Das soll sich nach Meinung des japanischen Startups Moff schon bald ändern. Die Idee ist bestechend einfach: Kinder brauchen kein reales Spielzeug, die Phantasie genügt. So wird aus einem Stück Holz ein Schwert, ein Tennisschläger verwandelt sich in eine E-Gitarre und mit zwei ausgestreckten Armen wird jedes Kind zum Düsenjet. Was dann noch fehlt ist die richtige Geräuschkulisse. Und genau für die sorgt Moff in Verbindung mit einem Smartphone oder einem Tablet.

Moff-Motto: From „buying toy things“ to „downloading play experience“

Das quietschbunte Armband enthält einen 3D-Bewegungssensor sowie ein Gyroskop. Die Verbindung mit der Aussenwelt bzw. dem Smartphone erfolgt über BLE (Bluetooth Low Energy), also die gleiche Technik, die beispielsweise auch iBeacon von Apple nutzt. Richtig spannend wird es aber erst dann, wenn sich die Entwickler entschließen ein SDK anzubieten. Das dürfte dann innovativen Spielen erst Tür und Tor öffnen. Die Finanzierung von Moff soll über eine Crowdfunding-Kampagne im März dieses Jahres erfolgen.

(via The Bridge)

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Google erklärt, wie man kein „Glasshole“ wird


Nicht jeder ist gegenüber Google Glass aufgeschlossen. Manche haben Angst davor, weil sie glauben überwacht zu werden, andere stehen grundsätzlich skeptisch gegenüber allem was von Google kommt und manche – speziell in Deutschland – empfinden grundsätzlich alles was Neu oder anders ist als Bedrohung. Da trifft es sich gut, dass uns Google selbst sagt, wie man sich als Glass Explorer verhalten sollte: 😉

(Don’t…) Be creepy or rude (aka, a “Glasshole”). Respect others and if they have questions about Glass don’t get snappy. Be polite and explain what Glass does and remember, a quick demo can go a long way. In places where cell phone cameras aren’t allowed, the same rules will apply to Glass. If you’re asked to turn your phone off, turn Glass off as well. Breaking the rules or being rude will not get businesses excited about Glass and will ruin it for other Explorers.

(Foto: Google)

Renault Kwid: Konzeptstudie für ein Mini-SUV mit integrierter Drohne


Die Autoindustrie liebt Konzeptstudien. Damit wollen die Autohersteller nicht nur zeigen was sie können, sondern sie wollen auch ausloten wie bestimmte Designelemente und Features beim Publikum ankommen. Ein aus unserer Sicht besonders interessantes Konzeptauto ist der Kwid von Renault. Das Auto ist zur Zeit auf der indischen Automesse Auto Expo 2014 zu  sehen und soll zeigen, wie ein trendiges Mini-SUV für die aufstrebenden Märkte der zweiten und dritten Welt aussehen könnte.

Das Highlight ist ein integrierter Quadrokopter, von Renault „Flying Companion“ genannt. Der kleine Flugroboter soll eine über GPS-Punkte vorprogrammierte Route abfliegen und den Fahrer über Verkehrsverhältnisse und mögliche Hindernisse informieren. Alternativ soll sich die Drohne über ein im Armaturenbrett integriertes Tablet bedienen lassen.

Der Kwid ist wie gesagt nur eine Konzeptstudie und weit davon entfernt in naher Zukunft Realität zu werden. Aber die Aussicht in einem Land mit schlecht ausgebautem Straßennetz eine vorausfliegende Drohne zur Verfügung zu haben ist durchaus reizvoll.

Bloomberg Interview zu Glass

Warum Google Glass eine große Zukunft haben wird


Sehr interessantes Gespräch mit Thad Starner, dem Director of Contextual Computing Group der Universität Georgia Tech Institute. Erzählt wird hier nicht nur die Geschichte des Wearable Computings und insbesondere von Google Glass, sondern es geht auch um die vielen Möglichkeiten der neuen Technologie.

Google kauft Nest: Die Schlacht um das Connected Home hat begonnen


Wer immer noch für die Themen Connected Home und Internet of Things nur ein mitleidiges Lächeln übrig hat, sollte spätestens jetzt in sich gehen und seine Position überdenken. Denn so eben hat Google angekündigt, für satte 3,2 Milliarden Dollar den Thermostat- und Feuermelder-Hersteller Nest kaufen zu wollen. Zum Vergleich: Für die Übernahme von Youtube löhnte Google 2006 „nur“ 1,65 Milliarden Dollar und das gilt immer noch als eine der teuersten Übernahmen der Branche.

Nest wurde 2010 von den beiden ehemaligen Apple-Mitarbeitern Tony Fadell and Matt Rogers gegründet. Fadell ist in der Branche kein unbeschriebenes Blatt. Bevor er zu Apple kam, arbeitete er für Philips, wo er verschiedene Handheld- und Palm-Computer verantwortete. Wirklich berühmt geworden ist er jedoch als einer der Erfinder des iPods, der damals im Apple-Auftrag von einer externen Firma entwickelt wurde. Später war Fadell bei Apple als Senior Vice President zuständig für die gesamte iPod-Abteilung.

Als er 2008 dort seinen Abschied nahm und zusammen mit Rogers 2010 Nest gründete, hätte die betroffene Branche eigentlich alarmiert sein sollen. Denn Fadell ist nicht einfach nur der „Entwickler“ des iPods, sondern ihm wird das Gesamtkonzept aus Player, iTunes und iTunes-Store zugeschrieben. Damit bewies er, dass er nicht nur für „simple“ Technologie, sondern auch für große, skalierbare Konzepte und Geschäftsmodelle gut ist. Die Investorenszene im Silicon Valley hat das jedenfalls bemerkt und so liest sich die Liste der Geldgeber wie das Who-ist-who der VC-Branche: Google Ventures, Kleiner Perkins, Lightspeed Venture, Al Gore’s Generation Investment oder Shasta Ventures.

Diese dürften sich jetzt alle die Hände reiben (von Google Ventures abgesehen, die dürfen sich freuen, weil Nest jetzt endgültig zur Familie gehört), denn bei einem Funding-Einsatz von rund 80 Millionen Dollar und der jetzigen Bewertung in Höhe von 3,2 Milliarden dürfte einiges für sie hängen bleiben. Verlierer aber dürfte vor allem die „alte“ Elektro-, Heizungs- und Installationsbranche sein, die es mit ihren zukünftigen „Innovationen“ nun unendlich schwerer haben wird, gegen die disruptiven Nest-Lösungen im Verein mit der geballten Google-Power anzukommen. Der Hoffnungsschimmer für die deutsche und europäische Industrie: Nest gibt es bislang nur in den USA, Kanada und neuerdings in England.

Allerdings soll sich das sehr bald ändern. So sagte Fadell jüngst in einem Interview mit Gigaom:

[quote text_size=“small“ author=“- Tony Fadell, Nest CEO“ link=“http://gigaom.com/2014/01/13/nests-ceo-tony-fadell-explains-why-he-teamed-up-with-google-its-about-infrastructure/“%5D

When as a company you want to change the world, you have to look at markets outside of the US. We are doing very well in the US and Canada but we need to get to Europe and around the globe.

[/quote]

Das besondere am Nest-Thermostaten ist, dass er im Gegensatz zu vielen anderen Connected-Home- und Internet-of-Things-Konzepten grundsätzlich unabhängig von PC, Tablet und Smartphone arbeitet. Keep it simple und unaufwendig lautet das Motto. Wenn es zu kalt ist, dreht man ihn auf, wenn es zu warm ist, dreht man ihn runter. Gleichzeitig ist er kompatibel mit praktisch allen – zumindest in den USA und Kanada – verwendeten Systemen. Dort finden sich die Drehregler in praktisch jedem Zimmer an der Wand. Hierzulande, wo Raumthermostaten eher die Ausnahme sind, funktioniert dieses Konzept ohne Anpassung nicht. Amerikaner jedoch können ihren vorhandenen Thermostaten mit Schraubendreher und wenigen Handgriffen gegen Nest austauschen.

Der Clou freilich ist, dass der Thermostat selbstlernend ist und hilft Heizkosten zu senken. Der Hersteller spricht von bis zu 20 Prozent Einsparung. Nest merkt dabei mit Hilfe eines Bewegungssensors ob sich im jeweiligen Zimmer jemand aufhält, Temperatur- und Feuchtigkeitssensoren optimieren das Klima und per WLAN werden auch Wetterdaten ausgewertet. All das führt dazu, dass mit der Zeit kaum noch Eingriffe von Hand notwendig sind. Der Thermostat weiß selbst, wann er die Heizung anwerfen muss und wann er kühlen muss. Mit Hilfe von Smartphone-App bzw. Web-App ist auch Fernzugriff möglich. Da alle jeweils installierten Nest-Thermostaten vernetzt sind, sind auch komplexere Szenarien möglich, etwa die Einbeziehung einer Ferienwohnung oder des Arbeitsplatzes.

Jüngster Neuzugang ist der Rauch- und Kohlenmonoxid-Melder Protect, der mit eingebauter Intelligenz ein ebenfalls in nahezu jedem Haushalt vorhandenes Gerät durch eine bessere Lösung ersetzen will. Nest sagt jedenfalls, dass die Zahl der Fehlalarme deutlich gesenkt werden soll, während das System noch sensibler auf Gefahren reagieren soll. Natürlich arbeiten Thermostat und Melder zusammen, so dass beispielsweise bei gestiegenem Kohlenmonoxid-Level automatisch der Brenner der Gasheizung ausgeschaltet werden kann.

Dass gerade Google Nest kauft ist übrigens durchaus eine Überraschung. Viele dachten (oder hofften), dass Apple zuschlagen würde. Denn kaum eine Firma im Silicon Valley ist so applehaft wie Nest. Das betrifft sowohl die Kultur in der Firma, als auch den Anspruch, als auch die Produkte selbst. Beide bisherigen Produkte, als auch die Apps könnten genauso gut von Apple selbst stammen. Aber auf der anderen Seite: Auch das aktuelle Google-Design ist ja dank Andy Rubin und Andy Hertzfeld nicht ganz frei von Apple-Einflüssen, so dass vielleicht doch zusammenwächst, was zusammengehört…

Was hat Google vom Nest-Kauf und was bedeutet das alles?

Was da gerade passiert ist, ist nicht einfach eine weitere Google-Übernahme. Vielmehr hat sich Google einen Zugang in unsere Heime jenseits von PC und Smartphone gekauft. Das kann und sollte man durchaus kritisch sehen. Auf der anderen Seite wird es spannend sein beobachten zu können, welche intelligenten Lösungen sich aus der Verbindung von Home-Appliances, Google-Ressourcen und Google-Diensten ergeben werden. Vor allem dann, wenn der No-Nonsens-Anspruch von Nest weiterhin die Oberhand behält. Denn eines zeichnet Nest vor allem aus: Statt irgendwelche abstrusen Szenarien zu schaffen, bei denen man für jeden Pipifax umständlich eine App auf dem Smartphone starten muss, gibt es bei Nest nach wie vor den guten alten Drehregler an der Wand. Und selbst den soll man dank eingebauter Intelligenz kaum noch benötigen.

Am wichtigsten aber: Das Internet der Dinge verliert seinen Status als reine Nerd- und Geek-Technologie. Es steht nun auf der Schwelle jedes beliebigen Otto-Normalverbraucher-Haushalts. Spätestens jetzt sollte die Industrie aufwachen und echte Innovationen bringen. Sie wird sonst von Google überrannt werden. Immerhin: Heizungshersteller wie Viessmann und Vaillant haben schon Smartphone-Erfahrung. Und dann gibt es natürlich noch Tado, einen echten Nest-Konkurrenten mit einem durchaus spannenden Ansatz.

Pebble Steel: Ist das die erste wirklich gute Smartwatch?


Die Pebble Watch ist gleich in zweierlei Hinsicht bemerkenswert: Zum einen ist sie die erste halbwegs brauchbare Smartwatch auf dem Markt, zum anderen hält Pebble immer noch mit satten 10.266.845 Dollar den Rekord für das höchste Backing einer Kampagne auf Kickstarter. Aber die Uhr hat, wie auch die meisten ihrer Mitbewerber ein Problem: Sie ist weder besonders schön, noch ausgesprochen elegant. Für die meisten Uhrenkäufer ist aber genau das das entscheidende Kriterium. Gilt doch die Armbanduhr als einzig akzeptabler Schmuck beim Mann. Was die elegante Damenuhr betrifft, kann die gängige Smartwatch erst recht nicht mithalten.

Jetzt hat der sympathische Pebble-Chef Eric Migicovsky auf der CES endlich ein neues, deutlich eleganteres Modell vorgestellt, die Pebble Steel. Sie kann all das, was auch die normale Pebble kann, sieht aber mit Edelstahlarmband und Metallgehäuse – wahlweise in Silber oder Schwarz – endlich mehr nach Uhr als nach billigem Nerd-Spielzeug aus. Der Preis für die zusätzliche Eleganz hält sich alles in allem sich in Grenzen: Die Pebble Steel kostet 249 Dollar, also Hundert mehr, als das auch in Zukunft noch verfügbare Plastikmodell. Wobei die Stahlvariante zusätzlich ein stabiles und kratzfestes Corning-Gorilla-Glas bietet. Leiferbar soll das neue Modell ab Ende Januar sein.

Technisch unterscheidet sie sich nicht vom bisherigen Modell: Weiterhin wird sie vom eignen PebbleOS angetrieben und nimmt bei Bedarf via Bluetooth 4.0 Kontakt zur Aussenwelt bzw. zum Android- oder iOS-Smartphone auf. Ein Bewegungssensor, Kompass und Umgebungslichtsensor sorgen für zusätzliche Funktionalität. Wobei der eigentliche Clou die Programmierbarkeit über das Pebble-SDK ist. Die Zahl der verfügbaren Pebble-Apps sollte demnächst deutlich in die Höhe schnellen. Denn neben dem neuen Uhrenmodell soll Ende des Monats endlich auch der Pebble-AppStore verfügbar sein.

Hat die Pebble Steel das Zeug dazu, die Uhrenindustrie aufzumischen?

Die Pebble vielleicht nicht, aber die Smartwatch an sich durchaus! Erinnern wir uns: Anfang der siebziger Jahre wurde nahezu die gesamte westliche Uhrenindustrie ausgelöscht, weil sie den schicken und preiswerten Quarzuhren aus Japan nichts entgegensetzen konnte (Stichwort: Quarzkrise). Erst im Laufe der Neunziger- und Nuller-Jahre kam es zu einer Renaissance der guten alten Mechanikuhr. Seit dem erleben die vorrangig schweizerischen und deutschen Nobeluhrenmarken ein Rekordjahr nach dem anderen. Doch dieser Höhenflug könnte bald ein Ende haben. Gut möglich, dass schon bald der Kampf um das Handgelenk beginnt.

Das Punkt ist, dass große Teile der Zielgruppe für mechanische (Luxus-)Uhren naturgemäß auch technisch affin sind. Wer sonst würde für eine per Definition, im Vergleich zum Computer und Handy ungenaue, mechanische Uhr, mehrere Hundert, Tausend oder gar Zehntausend Euro ausgeben? Es sind zumeist Personen, die sich an der Technik erfreuen und sie zu schätzen wissen. Kein Wunder also, dass zu den beliebtesten Features mechanischer Armbanduhren der Glasboden gehört, der den Blick auf die komplexe Mechanik frei gibt.

Aber: Haben die Smartwatches erstmal ihre Daseinsberechtigung bewiesen und werden sie zu einem Must-have-Produkt, wird sich der Uhrenfreund entscheiden müssen. Soll es lieber die intelligente Computeruhr mit diversen Sensoren und Steuerungsmöglichkeiten für Smartphone, Connected Home und Google Glass Casting sein, oder doch die Rolex? Dabei geht es logischerweise nicht nur um Funktion, sondern auch um das Renomee. Was sagt die Smartwatch über mich aus, was die schicke Panerei, IWC oder Patek Philippe?

Und genau da hakt es: Luxus und hochwertiges Design sind nicht gerade die Kennzeichen der bislang verfügbaren Smartwatches. Selbst die an sich hübsche Sony SmartWatch 2 kommt mit einem schnöden Plastikband daher. In dieser Hinsicht ist die Pebble Steel mit ihrem Stahl-Gliederband sicherlich ein Schritt in die richtige Richtung. Bei näherer Betrachtung freilich kann es keine der aktuellen Smartwatches, inklusive der Pebble Steel mit einer hochwertigen Armbanduhr aufnehmen. Nicht einmal im Ansatz! Dabei gilt doch die Armbanduhr bei vielen Männern als einzig akzeptabler Schmuck.

Man darf gespannt sein, ob Apple tatsächlich die lange kolportierte „iWatch“ bringen wird. Der Hersteller aus Cupertino hat mit dem iPhone jedenfalls schon einmal bewiesen, dass er in der Lage ist Elektronik zum begehrten Luxusartikel zu machen.

Und die Uhrenindustrie? Die ruht sich auf ihren Erfolgen aus und scheint sich vor allem darauf zu beschränken von Jahr zu Jahr die Preise kräftig anzuheben und ihre neuen Uhrenmodelle am Geschmack neureicher Abnehmer ins Asien auszurichten. Was sie jedoch zu vergessen scheint ist: Die großen Elektronikkonzerne wie Samsung und Apple haben schon so manche Industrie obsolet gemacht, da sind die Uhrenhersteller nur kleine Fische. Und, die Elektronik hat eben, man denke hier beispielsweise an Citizen und Casio, die Uhrenindustrie schon einmal zu Fall gebracht, nämlich mit der Quarzuhr!

Glass-Mitbewerber von Epson: Moverio BT-200


Kaum jemand weiß, dass Epson mit der Moverio BT-100 schon seit geraumer Zeit eine „Multimediabrille“ im Angebot hat. Jetzt hat der japanische Elektronik-Konzern auf der CES 2014 eine echte Datenbrille à la Google Glass vorgestellt. Die Moverio BT-200.

Das Konzept jedenfalls ist auf den ersten Blick interessant: Es gibt eine separate Bedieneinheit mit Android 4.0 und Touchpad und Bluetooth 3.0. Die Brille selbst ist mit Bewegungssensoren ausgerüstet und die Gläser lassen sich wechseln. Der Preis soll dem des Vorgängermodells entsprechen. Sollte das auch für Deutschland gelten, wären das also 499 Euro.