Google erklärt, wie man kein „Glasshole“ wird


Nicht jeder ist gegenüber Google Glass aufgeschlossen. Manche haben Angst davor, weil sie glauben überwacht zu werden, andere stehen grundsätzlich skeptisch gegenüber allem was von Google kommt und manche – speziell in Deutschland – empfinden grundsätzlich alles was Neu oder anders ist als Bedrohung. Da trifft es sich gut, dass uns Google selbst sagt, wie man sich als Glass Explorer verhalten sollte: 😉

(Don’t…) Be creepy or rude (aka, a “Glasshole”). Respect others and if they have questions about Glass don’t get snappy. Be polite and explain what Glass does and remember, a quick demo can go a long way. In places where cell phone cameras aren’t allowed, the same rules will apply to Glass. If you’re asked to turn your phone off, turn Glass off as well. Breaking the rules or being rude will not get businesses excited about Glass and will ruin it for other Explorers.

(Foto: Google)

Welche Plattformen Entwickler im Mobilbereich bevorzugen und warum


Wenig verwunderlich: Android und iOS sind die bevorzugten Mobilplattformen der Entwickler. Aber HTML5, also Web-Apps sind den beiden dicht auf der Fährte. Schon bald könnte HTML5 mobile vor IOS liegen. Ebenfalls interessant: iOS-Entwickler machen zu einem größeren Prozentsatz auch eine entsprechende Android-Version als vizeversa. Und: Noch immer ist iOS für Entwickler das lukrativere Geschäft! Mehr Infos gibt es hier.

Developer Economics Q3 2013 (Grafik: Vision Mobile)

Renault Kwid: Konzeptstudie für ein Mini-SUV mit integrierter Drohne


Die Autoindustrie liebt Konzeptstudien. Damit wollen die Autohersteller nicht nur zeigen was sie können, sondern sie wollen auch ausloten wie bestimmte Designelemente und Features beim Publikum ankommen. Ein aus unserer Sicht besonders interessantes Konzeptauto ist der Kwid von Renault. Das Auto ist zur Zeit auf der indischen Automesse Auto Expo 2014 zu  sehen und soll zeigen, wie ein trendiges Mini-SUV für die aufstrebenden Märkte der zweiten und dritten Welt aussehen könnte.

Das Highlight ist ein integrierter Quadrokopter, von Renault „Flying Companion“ genannt. Der kleine Flugroboter soll eine über GPS-Punkte vorprogrammierte Route abfliegen und den Fahrer über Verkehrsverhältnisse und mögliche Hindernisse informieren. Alternativ soll sich die Drohne über ein im Armaturenbrett integriertes Tablet bedienen lassen.

Der Kwid ist wie gesagt nur eine Konzeptstudie und weit davon entfernt in naher Zukunft Realität zu werden. Aber die Aussicht in einem Land mit schlecht ausgebautem Straßennetz eine vorausfliegende Drohne zur Verfügung zu haben ist durchaus reizvoll.

Google kauft Nest: Die Schlacht um das Connected Home hat begonnen


Wer immer noch für die Themen Connected Home und Internet of Things nur ein mitleidiges Lächeln übrig hat, sollte spätestens jetzt in sich gehen und seine Position überdenken. Denn so eben hat Google angekündigt, für satte 3,2 Milliarden Dollar den Thermostat- und Feuermelder-Hersteller Nest kaufen zu wollen. Zum Vergleich: Für die Übernahme von Youtube löhnte Google 2006 „nur“ 1,65 Milliarden Dollar und das gilt immer noch als eine der teuersten Übernahmen der Branche.

Nest wurde 2010 von den beiden ehemaligen Apple-Mitarbeitern Tony Fadell and Matt Rogers gegründet. Fadell ist in der Branche kein unbeschriebenes Blatt. Bevor er zu Apple kam, arbeitete er für Philips, wo er verschiedene Handheld- und Palm-Computer verantwortete. Wirklich berühmt geworden ist er jedoch als einer der Erfinder des iPods, der damals im Apple-Auftrag von einer externen Firma entwickelt wurde. Später war Fadell bei Apple als Senior Vice President zuständig für die gesamte iPod-Abteilung.

Als er 2008 dort seinen Abschied nahm und zusammen mit Rogers 2010 Nest gründete, hätte die betroffene Branche eigentlich alarmiert sein sollen. Denn Fadell ist nicht einfach nur der „Entwickler“ des iPods, sondern ihm wird das Gesamtkonzept aus Player, iTunes und iTunes-Store zugeschrieben. Damit bewies er, dass er nicht nur für „simple“ Technologie, sondern auch für große, skalierbare Konzepte und Geschäftsmodelle gut ist. Die Investorenszene im Silicon Valley hat das jedenfalls bemerkt und so liest sich die Liste der Geldgeber wie das Who-ist-who der VC-Branche: Google Ventures, Kleiner Perkins, Lightspeed Venture, Al Gore’s Generation Investment oder Shasta Ventures.

Diese dürften sich jetzt alle die Hände reiben (von Google Ventures abgesehen, die dürfen sich freuen, weil Nest jetzt endgültig zur Familie gehört), denn bei einem Funding-Einsatz von rund 80 Millionen Dollar und der jetzigen Bewertung in Höhe von 3,2 Milliarden dürfte einiges für sie hängen bleiben. Verlierer aber dürfte vor allem die „alte“ Elektro-, Heizungs- und Installationsbranche sein, die es mit ihren zukünftigen „Innovationen“ nun unendlich schwerer haben wird, gegen die disruptiven Nest-Lösungen im Verein mit der geballten Google-Power anzukommen. Der Hoffnungsschimmer für die deutsche und europäische Industrie: Nest gibt es bislang nur in den USA, Kanada und neuerdings in England.

Allerdings soll sich das sehr bald ändern. So sagte Fadell jüngst in einem Interview mit Gigaom:

[quote text_size=“small“ author=“- Tony Fadell, Nest CEO“ link=“http://gigaom.com/2014/01/13/nests-ceo-tony-fadell-explains-why-he-teamed-up-with-google-its-about-infrastructure/“%5D

When as a company you want to change the world, you have to look at markets outside of the US. We are doing very well in the US and Canada but we need to get to Europe and around the globe.

[/quote]

Das besondere am Nest-Thermostaten ist, dass er im Gegensatz zu vielen anderen Connected-Home- und Internet-of-Things-Konzepten grundsätzlich unabhängig von PC, Tablet und Smartphone arbeitet. Keep it simple und unaufwendig lautet das Motto. Wenn es zu kalt ist, dreht man ihn auf, wenn es zu warm ist, dreht man ihn runter. Gleichzeitig ist er kompatibel mit praktisch allen – zumindest in den USA und Kanada – verwendeten Systemen. Dort finden sich die Drehregler in praktisch jedem Zimmer an der Wand. Hierzulande, wo Raumthermostaten eher die Ausnahme sind, funktioniert dieses Konzept ohne Anpassung nicht. Amerikaner jedoch können ihren vorhandenen Thermostaten mit Schraubendreher und wenigen Handgriffen gegen Nest austauschen.

Der Clou freilich ist, dass der Thermostat selbstlernend ist und hilft Heizkosten zu senken. Der Hersteller spricht von bis zu 20 Prozent Einsparung. Nest merkt dabei mit Hilfe eines Bewegungssensors ob sich im jeweiligen Zimmer jemand aufhält, Temperatur- und Feuchtigkeitssensoren optimieren das Klima und per WLAN werden auch Wetterdaten ausgewertet. All das führt dazu, dass mit der Zeit kaum noch Eingriffe von Hand notwendig sind. Der Thermostat weiß selbst, wann er die Heizung anwerfen muss und wann er kühlen muss. Mit Hilfe von Smartphone-App bzw. Web-App ist auch Fernzugriff möglich. Da alle jeweils installierten Nest-Thermostaten vernetzt sind, sind auch komplexere Szenarien möglich, etwa die Einbeziehung einer Ferienwohnung oder des Arbeitsplatzes.

Jüngster Neuzugang ist der Rauch- und Kohlenmonoxid-Melder Protect, der mit eingebauter Intelligenz ein ebenfalls in nahezu jedem Haushalt vorhandenes Gerät durch eine bessere Lösung ersetzen will. Nest sagt jedenfalls, dass die Zahl der Fehlalarme deutlich gesenkt werden soll, während das System noch sensibler auf Gefahren reagieren soll. Natürlich arbeiten Thermostat und Melder zusammen, so dass beispielsweise bei gestiegenem Kohlenmonoxid-Level automatisch der Brenner der Gasheizung ausgeschaltet werden kann.

Dass gerade Google Nest kauft ist übrigens durchaus eine Überraschung. Viele dachten (oder hofften), dass Apple zuschlagen würde. Denn kaum eine Firma im Silicon Valley ist so applehaft wie Nest. Das betrifft sowohl die Kultur in der Firma, als auch den Anspruch, als auch die Produkte selbst. Beide bisherigen Produkte, als auch die Apps könnten genauso gut von Apple selbst stammen. Aber auf der anderen Seite: Auch das aktuelle Google-Design ist ja dank Andy Rubin und Andy Hertzfeld nicht ganz frei von Apple-Einflüssen, so dass vielleicht doch zusammenwächst, was zusammengehört…

Was hat Google vom Nest-Kauf und was bedeutet das alles?

Was da gerade passiert ist, ist nicht einfach eine weitere Google-Übernahme. Vielmehr hat sich Google einen Zugang in unsere Heime jenseits von PC und Smartphone gekauft. Das kann und sollte man durchaus kritisch sehen. Auf der anderen Seite wird es spannend sein beobachten zu können, welche intelligenten Lösungen sich aus der Verbindung von Home-Appliances, Google-Ressourcen und Google-Diensten ergeben werden. Vor allem dann, wenn der No-Nonsens-Anspruch von Nest weiterhin die Oberhand behält. Denn eines zeichnet Nest vor allem aus: Statt irgendwelche abstrusen Szenarien zu schaffen, bei denen man für jeden Pipifax umständlich eine App auf dem Smartphone starten muss, gibt es bei Nest nach wie vor den guten alten Drehregler an der Wand. Und selbst den soll man dank eingebauter Intelligenz kaum noch benötigen.

Am wichtigsten aber: Das Internet der Dinge verliert seinen Status als reine Nerd- und Geek-Technologie. Es steht nun auf der Schwelle jedes beliebigen Otto-Normalverbraucher-Haushalts. Spätestens jetzt sollte die Industrie aufwachen und echte Innovationen bringen. Sie wird sonst von Google überrannt werden. Immerhin: Heizungshersteller wie Viessmann und Vaillant haben schon Smartphone-Erfahrung. Und dann gibt es natürlich noch Tado, einen echten Nest-Konkurrenten mit einem durchaus spannenden Ansatz.

Intel versucht auf der CES 2013 zu zeigen, wo die Wearable-Reise hingeht


Intel hatte auf der diesjährigen CES mit der Keynote von CEO Brian Krzanich einen durchaus bemerkenswerten Auftritt in Punkto Internet of Things und Wearables. So zeigte der Intel-Chef verschiedene Beispiele wie intelligente Ohrhörer mit Biometrie- und Fitness-Funktionen, ein angeblich „smartes“ Headset sowie eine „intelligente“, drahtlose Ladeschale. Dazu Nursery 2.0, das im Wesentlichen auf Produkten von Mimo basiert. Alles zu sehen im Mitschnitt der Keynote hier.

Wie ernst das Thema Wearables ist, zeigt sich daran, dass Intel ausserdem strategische Partnerschaften mit dem Luxus-Einzelhändler Barneys New York, dem Berufsverband der US-amerikanischen Modedesigner-Vereinigung CFDA (Council of Fashion Designers of America) und der Modemarke Opening Ceremony angekündigt hat. Ziel der Partnerschaften soll es sein, „intelligente, am Körper tragbare Technologie“ –also Wearables – zu erforschen und zu vermarkten. Mal sehen ob und was dabei herumkommt.

Richtig interessant, zumal für die Industrie und Entwickler ist hingegen die ab Sommer 2014 weltweit ausgeschriebene Intel Make it Wearable Challenge (PDF). Wer Wearables mit Intel-Technologie entwickelt, darf auf Preise in Höhe von insgesamt 1,3 Millionen Dollar hoffen, wobei der Sieger allein mit 500.000 Dollar belohnt werden soll.

Das obige Video ist die Werbung für die Make it Wearable Challenge und zeigt, wo die Reise in Sachen Wearable vielleicht hingeht. Trotz des Werbecharakters durchaus sehenswert.

Intel macht dem Internet der Dinge Dampf mit dem EDISON SD-Karten-PC


Schon im letzten Jahr präsentierte Intel auf der IDF die SoC-Plattform Quark. SoC steht dabei für „System on Chip“. Nun hat Intel-Chef Brian Krzanich den ersten PC auf dieser Plattform vorgestellt. Der Edison ist ein kompletter PC, der vollständig in einem SD-Karten-Gehäuse untergebracht ist. Als Betriebssystem kommt Linux zum Einsatz (wobei die deutsche Intel-Presseinformation zur CES von „mehreren Betriebssystemen“ spricht). Verbindung zur Umwelt kann der Mikro-PC über WiFi und Bluetooth aufnehmen.

Intel-CEO Brian Krzanich hofft, dass möglichst viele Entwickler Edison als Basis für Wearables und Connected-Devices der nächsten Genration nutzen werden. Als Beispiel und Denkmodell zeigte Intel während der Keynote auf der CES „Nursery 2.0“, eine Edison-bewährte Umgebung für die Überwachung und „Pflege“ von Babies und Kleinkindern, inklusive Strampelanzug und Milchwärmer von Mimo.

Die Chancen dafür, dass Edison erfolgreich sein wird stehen nicht schlecht. Denn wozu sollte man sich in Wearables auf Sensoren beschränken, wenn die Intelligenz in Form einer vollständigen CPU auch nicht viel größer ist.

Ausführlichere Infos zum Edison bietet Intel bislang lediglich in diesem PDF.