IDC-Marktzahlen: Tablet-Markt wächst solide, Apple unangefochten Marktführer


Vor kurzem hat IDC die Prognose für den Absatz von Tablett-PCs kräftig nach oben korrigiert: Statt der ursprünglich vorhergesagten 53,5 Millionen werden dieses Jahr wohl weltweit satte 62,5 Millionen der Flachmänner abgesetzt werden. Allein im zweiten Quartal dieses Jahres gingen 13,6 Millionen Tabletts über den Ladentisch. Wer allerdings glaubt, dass ähnlich wie bei den Smartphones, Googles Android dem Marktführer Apple iOS und iPad2 das Leben schwer machen würde, irrt sich: So konnten die Mac-Macher aus Cupertino im zweiten Quartal 2011 immerhin 9,3 Millionen Einheiten absetzen, was einem weltweiten Marktanteil von 68,3 Prozent entspricht. Das ist insofern bemerkenswert, da Apple damit den Marktanteil sogar leicht steigern konnte, nämlich um 2,6 Prozent.

Doch nicht nur Apples gute Verkäufe sind Schuld daran, dass Android im Tablett-Markt nicht so recht vorankam. So gelang es dem Blackberry-Hersteller RIM mit dem Launch seines Tablett-PCs Playbook im 2. Quartal dieses Jahres auf Anhieb einen Marktanteil von 4,9 Prozent zu erreichen. Alles in allem sank der Marktanteil von Android-Tabletts von 34 Prozent in Q1 2011 auf nur noch 26.8 Prozent. Und die Aussichten für Android sind kurzfristig sogar noch düsterer, denn HP hat laut IDC rund eine Million seiner kurz nach dem Marktstart eingestellten TouchPads für 99 US-Dollar (in der Bundesrepublik wurden je nach Speicherausstattung 99 und 129 Euro verlangt) in den Markt gedrückt. Damit prognostiziert IDC für das aus dem Palm-Nachlass übernommene WebOS-Betriebssystem einen Marktanteil von 4,7 Prozent im Tablett-PC-Markt für Q3 2011. Für Android blieben damit lediglich rund 23 Prozent übrig. Freilich sagt auch IDC, dass das wohl nur eine zeitlich begrenzte Schwäche ist, denn in Q4 soll es schon wieder für 25,9 Prozent „und darüber hinaus“ reichen.

Klar scheint jedenfalls zu sein, dass Apples iOS und Googles Android auch in Zukunft die führenden Tablett-Betriebssysteme sein dürften, wobei Android durchaus das Zeug dazu hat Apple den ersten Platz streitig zu machen. Der Grund dafür ist, dass ähnlich wie bei den Smartphones, fast alle namhaften Hersteller Android für ihre Tabletts nutzen, Apple aber bekanntlich iOS exklusiv für sich behält.

Eine große Unbekannte freilich gibt es noch: Das diese Woche einer größeren Öffentlichkeit vorgestellte Windows 8 mit seiner Metro-Oberfläche für Tabletts. Dass sich Microsoft zumindest auf den ersten Blick nicht hinter dem Tausendsassa Apple iPad2 mit iOS verstecken muss, zeigt dieses Video:

Gartner senkt PC-Prognose wegen Erfolg von Tablet-PCs nach unten


Die Marktforscher von Gartner haben ihre Vorhersage zum PC-Markt korrigiert, und zwar nach unten. Schuld ist neben den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen der ungebrochene Erfolg der Tablett-Computer. So soll das PC-Wachstum für 2011 nur noch bei rund 3,8 Prozent statt der ursprünglich prognostizierten 9,3 Prozent liegen. Für 2012 glaubt Gartner an ein etwas stärkeres Wachstum von 10,9 Prozent. Allerdings waren hier ursprünglich 12,8 Prozent vorhergesagt.

Dazu sagte George Shiffler, Research Director bei Gartner:

„Media tablets have dramatically changed the dynamic of the PC market and HP’s decision to rethink its PC strategy simply highlights the pressure that PC vendors are under to adapt to the new dynamic or abandon the market. Vendors‘ tried and true business models are failing as traditional PC functionality is extended to other devices, and users continue to lengthen PC lifetimes. Vendors only seem to be flailing as they look for quick fixes to their problems. Unfortunately, the resulting chaos is just creating more confusion across the entire PC supply chain, impacting sell-in.“

Mit anderen Worten: Die Zukunft ist mobil! Statt PCs erobern Tabletts und andere Geräte, die den PC substituieren, namentlich Smartphones, den Markt. Mit einher geht hierbei natürlich auch die wachsende Popularität cloud-basierter Dienste. Die Verlagerung von Rechner- und Speicher-Funktionen ins Netz macht es den Anwendern leicht auf hohe Prozessor-Leistung, umfangreiche Software-Pakete und lokale Speicherkapazität zu verzichten.

HP will PC-Sparte abstoßen und BI-Spezialisten hinzukaufen


Léo Apotheker, früher SAP-Chef, seit November 2010 für die Geschicke von Hewlett Packard zuständig, verordnet dem kalifornischen IT-Riesen eine Radikalkur: Weg mit der PC- und Notebook-Sparte, weg mit den erst vor kurzem übernommenen Resten von Palm. In der entsprechenden Pressemitteilung heißt es:

HP today announced that its board of directors has authorized the evaluation of strategic alternatives for its Personal Systems Group (PSG), including the exploration of the separation of its PC business into a separate company through a spin-off or other transaction.

Damit geht der 1939 in einer Garage in Palo Alto gegründete Elektronik-Konzern (und somit das erste nennenswerte Silicon-Valley-Startup) den gleichen Weg, wie einst Erzrivale IBM. Dort trennte man sich 2004 von der PC-Sparte und legte damit den Grundstein für eine nachhaltige Gesundung des Konzerns.

Pikant im Fall von HP ist freilich, dass die PC-Sparte zum großen Teil aus der 2002 getätigten und umstrittenen Fusion mit dem PC-Pionier Compaq stammt. Auch wurde man bei HP offenbar nie so richtig glücklich mit den von Compaq übernommenen IPAQ Handheld-Rechnern und entwickelte diese nicht nennenswert weiter. Um so erstaunlicher, das man dann 2010 für 1,2 Mrd. US-Dollar die Reste von Palm aufkaufte um im Mobil- und Tablet-Bereich doch noch Fuß zu fassen. Der erste Aufschlag mit dem ersten WebOS-basierten Touchpad ist allerdings gründlich daneben gegangen. Michael Dell, Chef und Gründer von Dell spottete jedenfalls auf Google+: „If HP spins off their PC business….maybe they will call it Compaq?

Doch HP will nicht nur abstoßen, es soll auch zugekauft werden. Beispielsweise der Datamining- und BI-Spezialist Autonomy. In der dazu gehörigen Pressemitteilung wird Léo Apotheker mit den Worten zitiert:

Autonomy brings to HP higher value business solutions that will help customers manage the explosion of information. Together with Autonomy, we plan to reinvent how both unstructured and structured data is processed, analyzed, optimized, automated and protected. Autonomy has an attractive business model, including a strong cloud based solution set, which is aligned with HP’s efforts to improve our portfolio mix. We believe this bold action will squarely position HP in software and information to create the next-generation Information Platform, and thereby, create significant value for our shareholders.