Schnelles Internet: Deutschland hat den Anschluss verloren


Es ist zum Heulen! Deutschland verliert beim Schnellen Internet den Anschluss. Das zumindest legt der aktuelle The Akamai State of the Internet Report nahe. So liegt die durchschnittliche Verbindungsgeschwindigkeit in Deutschland bei 8,7 Mbit/s. Das reicht noch nicht einmal für vernünftiges digitales Fernsehen in SD-Qualität. Selbst Länder wie Russland (9,1 Mbit/s) und Rumänien (11,3 Mbit/s) lassen ihre Bürger und Firmen schneller im Web surfen.

Wie desolat die Lage in Deutschland tatsächlich ist, zeigt sich beim gegenwärtigen Ausbau und den geplanten Investitionen für das schnelle Web. Demnach wird Deutschland in den nächsten Jahren vermutlich noch weiter zurück fallen und sich im Reigen der zweiten und dritten Welt wieder finden. Na dann gute Nacht!Infografik: Deutsches Web: Zu langsam für die Weltspitze  | Statista

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Langsames Internet in Deutschland


Das deutsche Internet lahmt. Im internationalen Vergleich landet der „Exportweltmeister“ laut Daten von Akamai und Statista bei der durchschnittlichen Geschwindigkeit nur auf Rang 19. Selbst das ehemalige Ostblock-Nachbarland Tschechien beglückt seine Bürger und seine Wirtschaft mit im Schnitt deutlich schnelleren Internetzugängen.

Das Thema stimmt um so nachdenklicher, als da sich Deutschland – bzw. dessen Politik – immer als technologische Speerspitze sieht. Wenn das so weiter geht, droht allerdings Deutschland den Anschluss zu verlieren, denn offenbar ist den Verantworlichen nicht klar, dass das Internet mittlerweile die Basis nahezu jeglichen wirtschaftlichen Handelns darstellt. Und damit sind nicht nur Startups „die irgendwas mit dem Internet machen“ gemeint, sondern auch der Bäcker um die Ecke, der ohne Internet noch nicht einmal seine Vorsteueranmeldung einreichen darf.

Zu den langsamen Internetzugängen passen die Platzierungen Deutschlands im Web-Index der World Wide Web Foundation, der die Bereitschaft einzelner Länder für das digitale Zeitalter anzeigt: Alles in allem liegt dort Deutschland auf Rang 16. Schaut man sich allerdings nur die Bereitschaft der Politik an, dann landet Deutschland gar nur auf Rang 23.

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BITKOM: Surfen im Web ist die wichtigste Smartphone-Anwendung


Eine repräsentative Umfrage des Marktforschungsunternehmens Goldmedia im Auftrag des Hightech-Verbands BITKOM unter 2.000 Personen hat ergeben, dass nicht das Telefonieren, sondern das Surfen im Internet die wichtigste Anwendung für Smartphone-Nutzer ist. Demnach gehen 43 Prozent der Smartphone-Besitzer jeden Tag mit dem Gerät ins Internet, aber „nur“ 42 telefonieren täglich mit ihrem Smartphone. Auf dem dritten Platz folgt mit 41 Prozent der Versand von Kurznachrichten (SMS). Besonders interessant, das es sich ebenfalls um eine Internet-Nutzung handelt: 34 Prozent der Smartphone-Nutzer greifen täglich auf soziale Netzwerke zu. Ebenfalls 43 Prozent nutzen ihr internetfähiges Handy zur Terminplanung.

Interessant sind auch entsprechende britische Zahlen des Providers O2, die Ende letzten Monats veröffentlicht wurden:

Freilich sind die beiden Untersuchungen nicht vergleichbar, da die zugrundeliegenden Systematiken unterschiedlich sind: Abfragen der täglichen Nutzung bei BITKOM versus aufgewendete Zeit bei O2. Trotzdem zeigen beide Untersuchungen eindeutig: Nicht Telefonieren sondern das Internet ist die wichtigste Smartphone-Anwendung! Wenn das nicht Beweis genug für eine glänzende Zukunft der Mobile-IT und der Communication World ist?

Daten über Daten: Internet- und Mobile-Trends 2012


Von der Venture-Kapital Firma Kleiner Perkins Caufield & Byers kommt das folgende Konvolut aus interessanten Internet- und Mobile-Daten. Zwar umfasst die Präsentation stattliche 112 Folien, die Lektüre lohnt sich jedoch.

Zunächst geht es um grundlegende Daten zum Internet und zur mobilen Nutzung (ab Folie 6). Bemerkenswert dabei: Deutschland belegt nur den Platz neun bei abgeschlossenen 3G-Verträgen. Das höchste Wachstum verbuchen China, Brasilien und Indien (Folie 7).

Ab Folie 13 dreht sich alles um die Monetarisierung des mobilen Internets, sprich um Werbung. Und da sieht es gar nicht so überragend gut aus. Im Vergleich zum stationären Internet ist bei der mobilen Nutzung der Ertrag pro User deutlich niedriger (Folie 20). Absolut gesehen allerdings sind die Wachstumsraten im mobilen Netz gigantisch.

Richtig interessant wird es dann ab Folie 29. Hier geht es um die vielen Paradigmenwechsel, die die mobile Nutzung des Internets bei Anbietern und Herstellern auslösen muss, damit sie auch weiterhin im Geschäft bleiben. Es folgen nämlich 57 inspirierende Folien, die die neusten Entwicklung in Social Web und Mobile Internet zeigen. Erschreckend dabei: So gut wie keines der gezeigten Beispiele hat seinen Ursprung im deutschsprachigen Raum. Schade…