Pebble Steel: Ist das die erste wirklich gute Smartwatch?


Die Pebble Watch ist gleich in zweierlei Hinsicht bemerkenswert: Zum einen ist sie die erste halbwegs brauchbare Smartwatch auf dem Markt, zum anderen hält Pebble immer noch mit satten 10.266.845 Dollar den Rekord für das höchste Backing einer Kampagne auf Kickstarter. Aber die Uhr hat, wie auch die meisten ihrer Mitbewerber ein Problem: Sie ist weder besonders schön, noch ausgesprochen elegant. Für die meisten Uhrenkäufer ist aber genau das das entscheidende Kriterium. Gilt doch die Armbanduhr als einzig akzeptabler Schmuck beim Mann. Was die elegante Damenuhr betrifft, kann die gängige Smartwatch erst recht nicht mithalten.

Jetzt hat der sympathische Pebble-Chef Eric Migicovsky auf der CES endlich ein neues, deutlich eleganteres Modell vorgestellt, die Pebble Steel. Sie kann all das, was auch die normale Pebble kann, sieht aber mit Edelstahlarmband und Metallgehäuse – wahlweise in Silber oder Schwarz – endlich mehr nach Uhr als nach billigem Nerd-Spielzeug aus. Der Preis für die zusätzliche Eleganz hält sich alles in allem sich in Grenzen: Die Pebble Steel kostet 249 Dollar, also Hundert mehr, als das auch in Zukunft noch verfügbare Plastikmodell. Wobei die Stahlvariante zusätzlich ein stabiles und kratzfestes Corning-Gorilla-Glas bietet. Leiferbar soll das neue Modell ab Ende Januar sein.

Technisch unterscheidet sie sich nicht vom bisherigen Modell: Weiterhin wird sie vom eignen PebbleOS angetrieben und nimmt bei Bedarf via Bluetooth 4.0 Kontakt zur Aussenwelt bzw. zum Android- oder iOS-Smartphone auf. Ein Bewegungssensor, Kompass und Umgebungslichtsensor sorgen für zusätzliche Funktionalität. Wobei der eigentliche Clou die Programmierbarkeit über das Pebble-SDK ist. Die Zahl der verfügbaren Pebble-Apps sollte demnächst deutlich in die Höhe schnellen. Denn neben dem neuen Uhrenmodell soll Ende des Monats endlich auch der Pebble-AppStore verfügbar sein.

Hat die Pebble Steel das Zeug dazu, die Uhrenindustrie aufzumischen?

Die Pebble vielleicht nicht, aber die Smartwatch an sich durchaus! Erinnern wir uns: Anfang der siebziger Jahre wurde nahezu die gesamte westliche Uhrenindustrie ausgelöscht, weil sie den schicken und preiswerten Quarzuhren aus Japan nichts entgegensetzen konnte (Stichwort: Quarzkrise). Erst im Laufe der Neunziger- und Nuller-Jahre kam es zu einer Renaissance der guten alten Mechanikuhr. Seit dem erleben die vorrangig schweizerischen und deutschen Nobeluhrenmarken ein Rekordjahr nach dem anderen. Doch dieser Höhenflug könnte bald ein Ende haben. Gut möglich, dass schon bald der Kampf um das Handgelenk beginnt.

Das Punkt ist, dass große Teile der Zielgruppe für mechanische (Luxus-)Uhren naturgemäß auch technisch affin sind. Wer sonst würde für eine per Definition, im Vergleich zum Computer und Handy ungenaue, mechanische Uhr, mehrere Hundert, Tausend oder gar Zehntausend Euro ausgeben? Es sind zumeist Personen, die sich an der Technik erfreuen und sie zu schätzen wissen. Kein Wunder also, dass zu den beliebtesten Features mechanischer Armbanduhren der Glasboden gehört, der den Blick auf die komplexe Mechanik frei gibt.

Aber: Haben die Smartwatches erstmal ihre Daseinsberechtigung bewiesen und werden sie zu einem Must-have-Produkt, wird sich der Uhrenfreund entscheiden müssen. Soll es lieber die intelligente Computeruhr mit diversen Sensoren und Steuerungsmöglichkeiten für Smartphone, Connected Home und Google Glass Casting sein, oder doch die Rolex? Dabei geht es logischerweise nicht nur um Funktion, sondern auch um das Renomee. Was sagt die Smartwatch über mich aus, was die schicke Panerei, IWC oder Patek Philippe?

Und genau da hakt es: Luxus und hochwertiges Design sind nicht gerade die Kennzeichen der bislang verfügbaren Smartwatches. Selbst die an sich hübsche Sony SmartWatch 2 kommt mit einem schnöden Plastikband daher. In dieser Hinsicht ist die Pebble Steel mit ihrem Stahl-Gliederband sicherlich ein Schritt in die richtige Richtung. Bei näherer Betrachtung freilich kann es keine der aktuellen Smartwatches, inklusive der Pebble Steel mit einer hochwertigen Armbanduhr aufnehmen. Nicht einmal im Ansatz! Dabei gilt doch die Armbanduhr bei vielen Männern als einzig akzeptabler Schmuck.

Man darf gespannt sein, ob Apple tatsächlich die lange kolportierte „iWatch“ bringen wird. Der Hersteller aus Cupertino hat mit dem iPhone jedenfalls schon einmal bewiesen, dass er in der Lage ist Elektronik zum begehrten Luxusartikel zu machen.

Und die Uhrenindustrie? Die ruht sich auf ihren Erfolgen aus und scheint sich vor allem darauf zu beschränken von Jahr zu Jahr die Preise kräftig anzuheben und ihre neuen Uhrenmodelle am Geschmack neureicher Abnehmer ins Asien auszurichten. Was sie jedoch zu vergessen scheint ist: Die großen Elektronikkonzerne wie Samsung und Apple haben schon so manche Industrie obsolet gemacht, da sind die Uhrenhersteller nur kleine Fische. Und, die Elektronik hat eben, man denke hier beispielsweise an Citizen und Casio, die Uhrenindustrie schon einmal zu Fall gebracht, nämlich mit der Quarzuhr!

Intel macht dem Internet der Dinge Dampf mit dem EDISON SD-Karten-PC


Schon im letzten Jahr präsentierte Intel auf der IDF die SoC-Plattform Quark. SoC steht dabei für „System on Chip“. Nun hat Intel-Chef Brian Krzanich den ersten PC auf dieser Plattform vorgestellt. Der Edison ist ein kompletter PC, der vollständig in einem SD-Karten-Gehäuse untergebracht ist. Als Betriebssystem kommt Linux zum Einsatz (wobei die deutsche Intel-Presseinformation zur CES von „mehreren Betriebssystemen“ spricht). Verbindung zur Umwelt kann der Mikro-PC über WiFi und Bluetooth aufnehmen.

Intel-CEO Brian Krzanich hofft, dass möglichst viele Entwickler Edison als Basis für Wearables und Connected-Devices der nächsten Genration nutzen werden. Als Beispiel und Denkmodell zeigte Intel während der Keynote auf der CES „Nursery 2.0“, eine Edison-bewährte Umgebung für die Überwachung und „Pflege“ von Babies und Kleinkindern, inklusive Strampelanzug und Milchwärmer von Mimo.

Die Chancen dafür, dass Edison erfolgreich sein wird stehen nicht schlecht. Denn wozu sollte man sich in Wearables auf Sensoren beschränken, wenn die Intelligenz in Form einer vollständigen CPU auch nicht viel größer ist.

Ausführlichere Infos zum Edison bietet Intel bislang lediglich in diesem PDF.

Willkommen auf DIGIXX – Oder was ist das Internet der Dinge und der Age of Context?


Das Internet der Dinge. Noch 2005 war es nur eine Utopie, 2010 schon eine Vision und jetzt? Jetzt ist es Realität! Wir stehen auf der Schwelle zu einem neuen, spannenden Zeitalter. Es gibt wohl kaum einen Bereich, der nicht durch das „Internet of Things“ revolutioniert werden wird. Vom Einkaufserlebnis im Supermarkt mit Hilfe von NFC und RFID-Chips, über die persönliche Fitness durch Anwendung diverser Sensoren und Tracker (Quantified Self) bis hin zum Gesundheitswesen (Connected Hospital), der Mobilität (Connected Car), neuartigen Kocherlebnissen mit internetfähigen Küchengeräten (Connected Kitchen) und dem effektiven Energiesparen zu Hause dank intelligenter und mit dem Internet verbundener Hauselektronik (Connected Home).

Die Umwälzungen die uns erwarten, werden – ohne Übertreibung – gigantisch sein und unser aller Leben nachhaltig verändern. Mit anderen Worten: Willkommen im wahren „Web 3.0“ (um diesen abgedroschenen Begriff auch mal verwendet zu haben)!*

Blicken wir zurück: Das Web 1.0 zeigte uns das Internet als unidirektionales Medium. Fast wie ein elektronisches Magazin oder Buch. Man konnte Webseiten ansteuern und dort Texte lesen, Bilder ansehen und später sogar Musik und Videos herunterladen. Das Web 2.0 hingegen machte das Internet interaktiv. Es verwandelte ein passiv konsumierbares, nur in eine Richtung funktionierendes Medium in eine interaktive Applikation. Das „Mitmach-Netz“ war geboren. Oder wie es Tim O’Reilly, der „Erfinder“ des Begriffs Web 2.0 sagte: „Das Internet wurde zum Betriebssystem“.

Nun bringt das Internet der Dinge eine vollkommen neue Dimension ins Spiel: Denn jetzt wird alles Internet! Alle nur erdenklichen Varianten von Sensoren, intelligente Geräte aller Art, ja sogar Kleidung und der eigene Körper werden zum Sender und Empfänger. Ladies and Gentleman! Welcome to the connected World!

Ermöglicht und zusammengehalten wird all das durch zwei wesentliche Entwicklungen:

  • Die weite Verbreitung mobiler, stets mit dem Internet verbundener Geräte wie Smartphones, Tablets und „Wearables“ wie der Google-Brille GoogleGlass.
  • Cloudcomputing, mit dessen Hilfe unsere Daten von Ort und Zeit unabhängig werden, mit dessen Hilfe alle unsere Geräte verbunden und synchronisiert werden und das uns die Rechen- und Storage-Power zur Verfügung stellt um Big Data zu handeln und auszuwerten.

Das Ergebnis dieser technischen Revolution (falls wir und die Industrie alles richtig machen): Komplexe Technologie wird erstmals wirklich intuitiv werden. Sie wird unser Leben einfacher machen in dem sie uns mehr, bessere und vor allem tatsächlich benötigte Informationen liefern und daraus sinnvolle Funktionen ableiten wird. Vor allem aber: Sie wird wissen wo wir sind, wohin wir gehen und was wir brauchen um sowohl auf dem Weg dorthin als auch am Ziel optimal mit Know-how, Komfort und notwendigen Funktionen versorgt zu sein. Tatsächlich ist das Internet der Dinge ein weiterer großer Schritt in der gesellschaftlichen und technologischen Entwicklung. Nach industrieller Revolution, Informationszeitalter, Mobile- und Connected-World folgt jetzt der der nächste große Schritt, das „Age of Context„!

Neue Technologien und die Veränderungen die sie auslösen, haben naturgemäß auch nachteilige Auswirkungen. Vielen machen sie deshalb sogar Angst. Nicht zu Unrecht, denn industrielle und gesellschaftliche Umwälzungen beeinflussen unser Leben nicht nur positiv, sondern auch negativ. Denn natürlich wird es Unternehmen geben, die sich der Entwicklung nicht rechtzeitig anpassen werden können und Menschen ohne ihr eigenes Verschulden in die Arbeitslosigkeit treiben werden. Man kann dann nur hoffen, dass aufgrund der neuen Möglichkeiten und Chancen genügend neue Arbeitsplätze entstehen. Und zwar dort wo die alten verschwunden sind und nicht in Fernost oder Amerika.

Noch schlimmer: Wir werden das, was Privatsphäre ist neu definieren müssen. An welchem Punkt wiegen die Vorteile die Nachteile der Preisgabe unserer Daten auf? Ein wesentlicher Punkt wird dabei sein, ob wir es schaffen werden für Staat und Wirtschaft eine neue Ethik des Vertrauens und der Ehrlichkeit zu etablieren. Werden wir Politiker, Geheimdienstler und Unternehmen dazu bringen unsere sensiblen Daten nur dann zu verwenden, wenn wir selbst (oder im Verbrechensfall die Judikative) dazu die Erlaubnis gegeben haben? Vielleicht ist das sogar der spannendste Aspekt der ganzen Geschichte. Das Internet der Dinge wird uns nur dann breitflächig etwas nützen, wenn wir auch als Gesellschaft besser und ehrlicher werden.

In diesem Sinne: Willkommen auf DIGIXX, unserer neuen Plattform über alles rund um das Internet der Dinge, die Evolution des Internets und spannende Technologien im Zeitalter nach dem PC. Viel Spaß!

*Ja, auch wir wissen, dass man unter dem Web 3.0 eigentlich das semantische Web versteht. Aber was ist das anderes, als die Grundlage des Internets der Dinge?